Campingkocher sicher nutzen
Warum das BBK den Campingkocher mit Gaskartusche nur für draußen nennt, was in Räumen geht und woran Sie Kohlenmonoxid erkennen. Nach amtlichen Quellen.
Von Tom Calder · Aktualisiert am 2. November 2026 · Nach dem BBK-Ratgeber, den Hinweisen des BfR zu Kohlenmonoxid und dem Merkblatt 07 der Feuerwehr Hamburg
- Mit einem Campingkocher mit Gaskartusche sollten Sie nach dem BBK nur im Freien kochen. Dasselbe gilt für Gas- und Holzkohlegrills.
- In Räumen nennt das BBK ein Stövchen mit Teelicht, ein Fondue-Set mit Brennpaste oder einen Gaskocher, der für Innenräume zugelassen ist. Einen Gasherd können Sie oft weiter nutzen.
- Wenn zu wenig Sauerstoff in der Atemluft ist, kann bei der Verbrennung Kohlenmonoxid entstehen. Eine Kohlenmonoxidvergiftung ist lebensgefährlich.
- Kohlenmonoxid kann man nicht sehen, riechen, schmecken oder hören. Erste Anzeichen sind nach dem BfR Übelkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen.
- Löst ein Kohlenmonoxid-Melder Alarm aus, bringen Sie nach dem BfR sofort alle Personen aus dem Haus und rufen die Feuerwehr unter 112.
Wann der Campingkocher zum Thema wird
Bei einem Stromausfall funktioniert der Elektroherd nicht mehr. Haben Sie einen Gasherd, können Sie diesen nach dem BBK oft weiterhin nutzen. Die Checkliste des BBK nennt als alternative Kochgelegenheit zum Beispiel einen Campingkocher oder Gasgrill, dazu Brennstoffe für die Kochgelegenheit wie Gas.
Wenn Sie schon einen Kocher vom Camping haben, brauchen Sie keinen neuen. Wichtig ist, wo Sie ihn benutzen. Und Sie sind laut BBK auch im Vorteil, wenn Ihr Vorrat haltbare Lebensmittel enthält, die kalt verzehrt werden können. Dann müssen Sie gar nicht kochen.
Nur im Freien: Campingkocher und Grill
Das BBK teilt die Möglichkeiten, ohne Strom zu kochen, in zwei Gruppen. Nur im Freien sollten Sie mit einem Campingkocher mit Gaskartusche und mit einem Gas- oder Holzkohlegrill kochen.
Für Grills ist das BBK deutlich: Nicht in der Wohnung oder im Haus grillen, es besteht Erstickungsgefahr. Das BfR nennt in seiner Checkliste zum Schutz vor Kohlenmonoxid-Vergiftungen Holzkohle- und Gasgrills, Heizpilze oder Notstromaggregate, die nicht in Innenräumen benutzt werden sollen, auch nicht in der Garage.
Ein offenes Fenster macht einen Holzkohlegrill drinnen nicht sicher. Holzkohlegrills dürfen nach dem BfR wegen der erheblichen Vergiftungsgefahr durch Kohlenmonoxid nicht im Innenraum verwendet werden. Das gilt auch, wenn Türen und Fenster geöffnet sind, weil die Belüftung nicht ausreicht.
Was in Räumen geht
Für drinnen nennt das BBK drei Möglichkeiten:
- Ein Stövchen mit Teelicht kann Essen aufwärmen, zum Beispiel eine Fertigsuppe.
- Ein Fondue-Set mit Brennpaste kann Essen in kleinen Mengen zum Kochen bringen.
- Ein Gaskocher kann zum Kochen genutzt werden, wenn er für die Nutzung in Innenräumen zugelassen ist.
Nur Geräte, die für Innenräume zugelassen sind
Nutzen Sie innen nur Geräte, die für Innenräume zugelassen sind. Sie sind nach dem BBK mit speziellen Sicherungsmechanismen versehen. Ob ein Kocher dafür zugelassen ist, prüfen Sie in den Angaben des Herstellers. Unser Rat: Finden Sie dort keinen klaren Hinweis, nutzen Sie den Kocher nur im Freien.
Achtung auch bei offenem Feuer in Innenräumen, schreibt das BBK, also auch bei Teelicht und Brennpaste. Wenn zu wenig Sauerstoff in der Atemluft ist, kann bei der Verbrennung Kohlenmonoxid entstehen. Eine Kohlenmonoxidvergiftung ist lebensgefährlich.
Kohlenmonoxid: das unsichtbare Risiko
Nach dem BfR ist Kohlenmonoxid ein farb- und geruchloses Gas, das als gefährliches Atemgift zum Erstickungstod führen kann. Man kann es nicht sehen, riechen, schmecken oder hören. Erste, unspezifische Anzeichen einer Vergiftung sind Übelkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen. Erst spät kommen Herzrasen, Bewusstseinsstörungen und Muskelschwäche hinzu. Diese Beeinträchtigungen hindern Betroffene daran, den Raum zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen.
Kinder reagieren nach dem BfR sehr viel empfindlicher auf Kohlenmonoxid als Erwachsene und zeigen daher schneller Vergiftungssymptome.
Ein Kohlenmonoxid-Melder als Absicherung
Das BBK rät, am besten geprüfte und zugelassene Kohlenmonoxid-Melder zu installieren. Diese lösen bei einer kritischen Konzentration Alarm aus. Ein Rauchmelder warnt nach dem BfR nicht vor Kohlenmonoxid, das tun nur spezielle Kohlenmonoxid-Melder.
Wer Geräte besitzt, die bei Defekt oder unsachgemäßer Handhabung die Kohlenmonoxid-Konzentration in der Luft erhöhen können, sollte nach dem BfR einen batteriebetriebenen Kohlenmonoxid-Melder in der Nähe des Geräts und im Schlafzimmer installieren, am besten an der Wand, und seine Funktion regelmäßig prüfen. Bei Alarm bringen Sie sofort alle Personen aus dem Haus und rufen die Feuerwehr unter 112. Bei Übelkeit oder Schwindel suchen Sie ärztliche Hilfe.
Gaskartuschen aufbewahren
Brennbare Flüssigkeiten und Gase stellen nach dem Merkblatt der Feuerwehr Hamburg eine sehr große Gefahr dar. Bei falscher Lagerung kann schon die Funkenbildung beim Betätigen des Lichtschalters oder eine brennende Zigarette eine Entzündung bewirken. In Boden-, Keller- und Abstellräumen ist es nach dem Merkblatt deshalb verboten, Kraftstoffe, Campinggaskartuschen oder Gasflaschen zu lagern.
Das Merkblatt gilt für Hamburg. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer örtlichen Feuerwehr nach, was bei Ihnen gilt. Die Checkliste des BBK nennt Brennstoffe für die Kochgelegenheit, aber keine Menge.
Mit einem Campingkocher mit Gaskartusche sollten Sie nach dem BBK nur im Freien kochen. Drinnen nutzen Sie nur Geräte, die für Innenräume zugelassen sind. Wenn zu wenig Sauerstoff in der Atemluft ist, kann Kohlenmonoxid entstehen, und eine Kohlenmonoxidvergiftung ist lebensgefährlich. Wer schon einen Kocher hat, braucht keinen neuen.
Häufige Fragen
Darf ich den Campingkocher in der Küche nutzen, wenn das Fenster offen ist?
Das BBK nennt den Campingkocher mit Gaskartusche bei den Geräten, mit denen Sie nur im Freien kochen sollten. Eine Ausnahme für ein offenes Fenster nennt es nicht. In Räumen nutzen Sie nur Geräte, die für Innenräume zugelassen sind, etwa einen dafür zugelassenen Gaskocher.
Warnt mein Rauchmelder vor Kohlenmonoxid?
Nein. Nach dem BfR warnt ein Rauchmelder nicht vor Kohlenmonoxid, das tun nur spezielle Kohlenmonoxid-Melder. Das BBK rät, am besten geprüfte und zugelassene Kohlenmonoxid-Melder zu installieren.
Woran merke ich eine Kohlenmonoxidvergiftung?
Erste, unspezifische Anzeichen sind nach dem BfR Übelkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen. Das Gas selbst kann man nicht sehen, riechen, schmecken oder hören. Bei Alarm des Melders bringen Sie sofort alle Personen aus dem Haus und rufen die Feuerwehr unter 112. Bei Übelkeit oder Schwindel suchen Sie ärztliche Hilfe.
Brauche ich für die Vorsorge einen Campingkocher?
Die Checkliste des BBK nennt eine alternative Kochgelegenheit wie einen Campingkocher oder Gasgrill. Wer einen Gasherd hat, kann ihn bei Stromausfall oft weiter nutzen. Und haltbare Lebensmittel, die kalt verzehrt werden können, brauchen gar keinen Kocher.