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Vertrauenswürdige Informationen erkennen: Falschmeldungen in einer Krise prüfen

Wie Sie in einer Krise Gerüchte und Falschmeldungen erkennen: die Prüffragen des BBK und die Tipps der Bundesregierung, bevor Sie etwas teilen.

Von Tom Calder · Aktualisiert am 2. November 2026 · Nach dem BBK-Ratgeber, der BBK-Seite „Vertrauenswürdige Informationen erkennen“, dem BSI und der Bundesregierung

Das Wichtigste
  • In unklaren Situationen kann es laut BBK widersprüchliche und falsche Informationen geben, zum Beispiel in sozialen Netzwerken.
  • Je emotionaler oder dramatischer eine Meldung ist, desto häufiger wird sie verbreitet. Diesen Effekt nutzen Menschen, die absichtlich falsche Informationen verbreiten.
  • Das BBK rät: kritisch hinterfragen statt weiterleiten. Prüfen Sie den Absender, ob die Information auf Fakten beruht und ob andere vertrauenswürdige Quellen dasselbe berichten.
  • Beantworten Sie eine dieser Fragen mit Nein, könnte es sich um Desinformation handeln. Dann verbreiten Sie die Information nicht weiter.
  • Warnungen in der Warn-App NINA und per Cell Broadcast nennen ihren Absender. In NINA stehen unter jeder Meldung Herausgeber und Kontakt.

Warum es in Krisen viele falsche Meldungen gibt

Um eine Krise möglichst gut zu bewältigen, sind nach dem BBK korrekte Informationen über die Lage und passende Handlungsempfehlungen sehr wichtig. In unklaren Situationen kann es aber widersprüchliche und falsche Informationen geben, zum Beispiel in sozialen Netzwerken. Manchmal entstehen so Missverständnisse oder Gerüchte.

Außerdem gibt es Akteure, die bewusst Falschinformationen verbreiten. Sie wollen laut BBK gezielt Meinungen beeinflussen, Menschen verunsichern, Vertrauen in staatliches Handeln untergraben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwächen. Desinformation kann verunsichern und dazu führen, dass Sie Situationen falsch einschätzen. Deshalb ist sie nach dem BBK gerade in Notfällen und Krisen sehr gefährlich.

Fehlinformation oder Desinformation

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unterscheidet zwei Fälle. Werden falsche oder irreführende Informationen gezielt verbreitet, um Menschen bewusst zu täuschen und zu manipulieren, handelt es sich um Desinformation. Entstehen sie ohne Täuschungsabsicht, etwa durch mangelnde Recherche, falsch gedeutete Fakten oder Missverständnisse, spricht das BSI von Fehlinformation.

Beim Prüfen macht das wenig Unterschied. Eine falsche Meldung bleibt falsch, auch wenn sie eine Bekannte in guter Absicht weiterleitet. Wichtig ist, sie nicht selbst weiterzutragen.

Erst innehalten: Gefühle sind ein Signal

Je emotionaler oder dramatischer eine Meldung ist, desto häufiger wird sie verbreitet, schreibt das BBK. Dieser Effekt wird häufig genutzt, um absichtlich falsche Informationen zu verbreiten. Die Bundesregierung nennt als ersten Schritt: Ruhe bewahren. Nur weil etwas ärgerlich, verängstigend oder lustig ist, ist es noch lange nicht wahr.

Wenn eine Nachricht Sie wütend macht oder Ihnen Angst macht, ist das ein guter Moment, kurz zu warten, bevor Sie sie teilen. Fragen Sie sich, wie es die Bundesregierung vorschlägt: Werde ich gerade manipuliert?

Die Prüffragen des BBK

„Kritisch hinterfragen statt weiterleiten“, rät das BBK. Gerade in einer unklaren Situation ist Vorsicht geboten. Bevor Sie Informationen teilen, überlegen und prüfen Sie drei Dinge:

  • Ist der Absender oder die ursprüngliche Quelle seriös? Wer hat das Video, das Bild oder die Nachricht zuerst veröffentlicht, und ist das eine seriöse Nachrichtenquelle? Ein Klarname kann ein Hinweis darauf sein, dass ein Profil echt ist.
  • Basiert die Information auf Fakten? Werden Verweise und Quellen angegeben, die Hinweise auf die Richtigkeit geben?
  • Stimmen andere Quellen überein? Finden sich im Internet ähnliche Berichte von vertrauenswürdigen Quellen? Es hilft immer, fragliche Nachrichten mit weiteren Quellen zu vergleichen.

Wenn eine Antwort Nein lautet

Wenn Sie eine dieser Fragen mit Nein beantworten, könnte es sich nach dem BBK um Desinformation handeln. Verbreiten Sie die Information dann nicht weiter. Das gilt auch für Familiengruppen im Messenger, in denen Meldungen oft besonders schnell die Runde machen.

Stimmt eine Meldung, spricht nach der Bundesregierung nichts dagegen, sie zu teilen. Glauben Sie, Desinformation gefunden zu haben, melden Sie sie an Faktenchecker und direkt an die Plattform.

Impressum, Faktenchecks und Bilder

Bei Internetseiten lohnt ein Blick ins Impressum. Darin sollte die Person stehen, die für die Inhalte der Seite verantwortlich ist. Das Impressum muss nach dem BBK einen Klarnamen und die vollständige Anschrift enthalten, nicht nur eine anonyme E-Mail-Adresse.

Viele seriöse Medien haben gute Faktencheck-Abteilungen, die Nachrichten, Bild- und Videomaterial prüfen, bevor sie es weiterverwenden. Die Bundesregierung rät, Faktenchecks zu nutzen: Verschiedene Organisationen überprüfen Meldungen und stellen sie, wenn nötig, richtig. Zu den fünf Tipps der Bundesregierung, die das BSI wiedergibt, gehört außerdem, Bilder zu prüfen.

Hoax und Deepfake

Ein Hoax ist nach dem BBK eine bewusst verbreitete Falschmeldung, die oft über soziale Netzwerke, E-Mails oder Messengerdienste weitergegeben wird. Typische Beispiele sind angebliche Virenwarnungen, erfundene Gewinnspiele oder falsche Nachrichtenmeldungen. Ein Deepfake ist eine künstlich erzeugte oder manipulierte Video-, Audio- oder Bildaufnahme, die so echt wirkt, dass sie kaum von der Realität zu unterscheiden ist.

Das BSI weist darauf hin, dass es immer schwieriger wird, solche Fälschungen mit bloßem Auge zu erkennen. Umso wichtiger sind die Fragen nach Absender und Quelle. Prüfen Sie im Zweifel, ob die genannte Behörde dieselbe Meldung auf ihrer eigenen Internetseite veröffentlicht hat.

Amtliche Warnungen erkennen

Unter jeder Warnmeldung in der Warn-App NINA sind ein Herausgeber und eine Kontaktmöglichkeit aufgeführt. Eine Cell-Broadcast-Warnung nennt ihren Absender und verweist auf das Bundeswarnportal, in dem alle Warnmeldungen angezeigt werden. Zugang zum Modularen Warnsystem MoWaS, über das diese Warnungen laufen, haben nach dem BBK ausschließlich Behörden des Bundes, der Länder und der Kommunen.

Was Sie tun, wenn Handy und Internet ausfallen, erklärt der Ratgeber Informiert bleiben, wenn Handy und Internet ausfallen.

Im Zweifel nicht weiterleiten

Wenn Sie nicht sicher sind, ob eine Meldung stimmt, teilen Sie sie nicht. Das BBK sagt es knapp: kritisch hinterfragen statt weiterleiten. Für Warnungen in Ihrer Gegend halten Sie sich an amtliche Kanäle wie die Warn-App NINA und das Radio. Dafür brauchen Sie nichts zu kaufen.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, ob eine Warnung echt ist?

Warnungen in der Warn-App NINA und per Cell Broadcast nennen ihren Herausgeber. In NINA stehen unter jeder Meldung Herausgeber und Kontakt. Eine Cell-Broadcast-Warnung nennt den Absender und verweist auf das Bundeswarnportal. Dort können Sie sich in Zweifelsfällen vergewissern, dass die Warnung wirklich von diesem Absender stammt.

Was ist der Unterschied zwischen Fehlinformation und Desinformation?

Nach dem BSI liegt der Unterschied in der Täuschungsabsicht. Desinformation wird gezielt verbreitet, um Menschen bewusst zu täuschen und zu manipulieren. Fehlinformation entsteht ohne diese Absicht, etwa durch Missverständnisse oder mangelnde Recherche.

Was mache ich mit einer Meldung, die ich für falsch halte?

Verbreiten Sie sie nicht weiter. Die Bundesregierung rät, vermutete Desinformation an Faktenchecker und direkt an die Plattform zu melden.

Warum verbreiten sich falsche Meldungen so schnell?

Je emotionaler oder dramatischer eine Meldung ist, desto häufiger wird sie verbreitet, schreibt das BBK. Wer absichtlich falsche Informationen streut, nutzt diesen Effekt. Ein kurzer Moment Ruhe vor dem Teilen hilft.

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