Hochwasser und Starkregen: nach oben gehen, den Keller nicht betreten
Was BBK und DWD bei Hochwasser und Starkregen raten: höher gelegene Stockwerke, den Keller nicht betreten, Strom in bedrohten Räumen abschalten.
Von Tom Calder · Aktualisiert am 2. November 2026 · Nach dem BBK-Ratgeber, der BBK-Broschüre zum Stromausfall und den Handlungsempfehlungen des DWD
- Bei Hochwasser und Starkregen bieten laut BBK höher gelegene Bereiche oder Stockwerke den besten Schutz.
- Betreten Sie auf keinen Fall den Keller. Wird er geflutet, lässt sich die Tür von innen nicht mehr öffnen, und es droht ein tödlicher Stromschlag.
- Meiden Sie Tiefgaragen, U-Bahn-Stationen und Unterführungen.
- Droht Hochwasser, schalten Sie den Strom für die bedrohten Räume ab. Überschwemmte Steckdosen und Geräte nicht berühren.
- Für die Hochwasserlage verweist der DWD auf hochwasserzentralen.de.
Höher gelegene Stockwerke, nicht der Keller
Der wichtigste Satz des BBK zu diesem Thema ist kurz: Bei Hochwasser, Starkregen, Sturz- oder Sturmfluten bieten höher gelegene Bereiche oder Stockwerke den besten Schutz. Betreten Sie auf keinen Fall den Keller.
Das BBK nennt zwei Gründe. Wenn der Keller geflutet wird, können Sie die Tür nicht mehr von innen öffnen. Zudem besteht die Gefahr, dass Sie einen tödlichen Stromschlag erleiden. Meiden Sie außerdem Tiefgaragen, U-Bahn-Stationen und Unterführungen. Keine Sache im Keller ist dieses Risiko wert.
Starkregen: wie der DWD warnt
Der DWD warnt vor Starkregen in drei Stufen. 15 bis 25 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde sind Starkregen der Stufe 2, 25 bis 40 Liter heftiger Starkregen der Stufe 3, mehr als 40 Liter extrem heftiger Starkregen der Stufe 4. Dazu gibt es Schwellen für sechs Stunden: 20 bis 35, 35 bis 60 und mehr als 60 Liter. Schon bei Stufe 2 nennt der DWD vereinzelte, rasche Überflutungen von Straßen und Unterführungen sowie Aquaplaning.
Bei heftigem Starkregen spricht der DWD von Gefahr für Leib und Leben durch rasche Überflutungen von Straßen, Unterführungen und Kellern und durch mögliche Erdrutsche. Seine Empfehlungen:
- überflutete und gefährdete Abschnitte meiden
- das Verhalten im Straßenverkehr anpassen und Behinderungen einplanen
- gegebenenfalls vorbeugend Hochwasser-Schutzmaßnahmen treffen
- bei drohender oder bereits bestehender Überflutung den Keller sofort verlassen
- sich unter hochwasserzentralen.de über die Hochwasserlage informieren
Wenn es extrem wird
Bei extrem heftigem Starkregen rät der DWD zusätzlich, Aufenthalte im Freien und Fahrten unbedingt zu vermeiden, bei drohender oder bestehender Überflutung untere Geschosse sofort zu verlassen und höher gelegene Orte aufzusuchen. Er rät auch, sich auf Ausfälle von Strom und Mobilfunk vorzubereiten, die Lage in Radio, Fernsehen und Internet zu verfolgen und den Aufforderungen der Katastrophenschutzbehörden zu folgen.
Die Empfehlungen des DWD sind nach seinen eigenen Worten unverbindliche Hinweise, über deren Umsetzung man nach der Lage vor Ort entscheidet. Was Behörden, Polizei und Feuerwehr vor Ort anordnen, geht vor. Was die Warnstufen bedeuten, erklärt der Ratgeber Sturm und Unwetter.
Strom und Heizung, bevor das Wasser kommt
Die BBK-Broschüre zum Stromausfall nennt eine wichtige Maßnahme bei drohendem Hochwasser: Sichern Sie die Heizung und die elektrischen Geräte in bedrohten Räumen gegen Überflutung und schalten Sie die Stromversorgung für diese Räume ab. Sonst kann beim Betreten überschwemmter Räume die Gefahr eines Stromschlags drohen.
Sind Steckdosen, Schalter, die Hausverteilung oder angeschlossene Geräte schon überschwemmt, dürfen sie nicht berührt werden. Auch überschwemmte Räume, in denen sich solche Geräte befinden, sollten Sie nicht betreten. Es besteht möglicherweise Lebensgefahr.
Zum Schutz setzen die regionalen Stromanbieter die Lieferung in überschwemmte Gebiete aus, solange das Hochwasser und die anschließende Reinigung der Anlagen dauern. Wurden Netze durch schnell fließendes Hochwasser zerstört, kann es nach dem BBK mehrere Tage und Wochen dauern, bis der Strom zurückkommt. Was dann hilft, steht im Ratgeber Stromausfall.
Wo Sie die Lage verfolgen
Unwetterwarnungen gibt der DWD heraus; unsere Seite Warnungen des DWD zeigt die aktuellen Warnungen. Warnungen der Behörden erhalten Sie laut BBK meist über Warn-Apps wie NINA und über das Radio, in besonderen Gefahrenlagen auch über Sirenen und Handys. Für die Hochwasserlage verweist der DWD auf das Länderübergreifende Hochwasserportal unter hochwasserzentralen.de.
Bei einem Stromausfall oder einem Ausfall des Mobilfunknetzes funktionieren viele Warnkanäle nicht. Radiosender funktionieren nach dem BBK aber auch dann noch. Daher ist ein Radio mit Batterien oder Kurbel in Notfällen und Krisen wichtig.
Dokumente und Notgepäck
Bei einem Hochwasser können wichtige Dokumente verloren gehen, und es kann schwierig bis unmöglich sein, sie neu zu beschaffen. Das BBK rät: Verwahren Sie die Dokumente in einem feuerfesten oder wasserdichten Behälter. Dazu empfiehlt der Ratgeber eine digitale Kopie in einer Cloud, auf einer tragbaren Festplatte oder einem USB-Stick.
Für den Fall, dass Sie das Haus schnell verlassen müssen, nennt die Checkliste des BBK ein Notgepäck: unter anderem warme Kleidung, Regenschutz und feste Schuhe, persönliche Medikamente, eine geladene Powerbank, Taschenlampe, Radio, Bargeld und die Mappe mit wichtigen Dokumenten. Ein Rucksack, den Sie schon haben, reicht dafür. Wer im Alltag Hilfsmittel braucht, denkt an Ersatz wie Brille oder Hörgerät und an Mobilitätshilfen.
Bei Hochwasser und Starkregen gilt nach dem BBK: Betreten Sie auf keinen Fall den Keller. Wird er geflutet, lässt sich die Tür von innen nicht mehr öffnen, und es droht ein tödlicher Stromschlag. Gehen Sie in höher gelegene Stockwerke. Im Notfall: 112 (Feuerwehr und Rettungsdienst) oder 110 (Polizei).
Häufige Fragen
Darf ich in den Keller, um Sachen zu retten?
Nein. Das BBK sagt: Betreten Sie auf keinen Fall den Keller. Wenn er geflutet wird, können Sie die Tür nicht mehr von innen öffnen, und es besteht die Gefahr eines tödlichen Stromschlags. Der DWD rät bei heftigem Starkregen, bei drohender oder bestehender Überflutung den Keller sofort zu verlassen.
Soll ich den Strom abschalten?
Bei drohendem Hochwasser für die bedrohten Räume ja: Das BBK rät, Heizung und elektrische Geräte dort gegen Überflutung zu sichern und die Stromversorgung für diese Räume abzuschalten. Sind Steckdosen oder Geräte bereits überschwemmt, berühren Sie nichts und betreten Sie den Raum nicht.
Wo finde ich Informationen zur Hochwasserlage?
Der DWD verweist in seinen Hinweisen zum Starkregen auf das Länderübergreifende Hochwasserportal unter hochwasserzentralen.de. Wetterwarnungen kommen vom DWD, Warnungen der Behörden über Warn-Apps wie NINA und über das Radio.
Was gilt für Autofahrten bei Starkregen?
Meiden Sie Tiefgaragen, Unterführungen und überflutete Abschnitte. Bei extrem heftigem Starkregen rät der DWD, Fahrten unbedingt zu vermeiden. Folgen Sie den Aufforderungen der Katastrophenschutzbehörden.
Quellen (6)
- BBK: Vorsorgen für Krisen und Katastrophen (Ratgeber, Stand 11/2025)
- BBK: Stromausfall. Vorsorge und Selbsthilfe (Broschüre, Stand 2026)
- Deutscher Wetterdienst: Hinweise und Empfehlungen zu Starkregen
- Deutscher Wetterdienst: Hinweise und Empfehlungen zu heftigem Starkregen
- Deutscher Wetterdienst: Hinweise und Empfehlungen zu extrem heftigem Starkregen
- Deutscher Wetterdienst: Warnkriterien