Wasservorrat anlegen: 2 Liter pro Person und Tag
Wie viel Trinkwasser das BBK für den Notfall empfiehlt, wie Sie Flaschenwasser lagern und was bei einem Abkochgebot des Gesundheitsamts gilt.
Von Tom Calder · Aktualisiert am 2. November 2026 · Nach dem BBK-Ratgeber (Stand 11/2025), der BBK-Broschüre zum Stromausfall und den Empfehlungen des Umweltbundesamts
- Das BBK empfiehlt idealerweise 2 Liter Wasser pro Person und Tag, davon 0,5 Liter zum Kochen.
- Für 10 Tage sind das 20 Liter pro Person. Ein Anfang mit 3 Tagen, also 6 Litern pro Person, hilft schon.
- Mineralwasser aus dem Supermarkt reicht. Lagern Sie es dunkel, kühl und trocken.
- Denken Sie auch an Ihre Haustiere.
- Bei einem Abkochgebot gilt, was das Gesundheitsamt mitteilt. Der Mustertext des Umweltbundesamts sagt: einmalig sprudelnd aufkochen, dann mindestens 10 Minuten langsam abkühlen lassen.
Warum Wasser zuerst kommt
Wasserwerke benötigen Strom und digitale Systeme. Ohne sie fällt die Wasserversorgung aus, schreibt das BBK in seinem Ratgeber. Ein Wasservorrat ist deshalb wichtig, wenn kein Wasser mehr aus der Leitung kommt oder das Leitungswasser verschmutzt ist. Trinkwasser ist laut BBK sehr wichtig, wichtiger als Essen.
Längere Stromausfälle sind in Deutschland nach dem BBK selten, aber möglich. Wenn Sie mit der Vorsorge irgendwo anfangen, dann beim Wasser.
Wie viel Wasser Sie brauchen
Die Empfehlung des BBK ist einfach: idealerweise 2 Liter pro Person und Tag. Davon sind 0,5 Liter als Wasser zum Kochen gedacht, der Rest ist zum Trinken. Das BBK rechnet für einen Haushalt mit drei Personen vor: 18 Liter für 3 Tage, 30 Liter für 5 Tage und 60 Liter für 10 Tage.
Auf andere Haushaltsgrößen umgerechnet, bei 2 Litern pro Person und Tag:
- 1 Person: 6 Liter für 3 Tage, 20 Liter für 10 Tage
- 2 Personen: 12 Liter für 3 Tage, 40 Liter für 10 Tage
- 3 Personen: 18 Liter für 3 Tage, 60 Liter für 10 Tage (das Rechenbeispiel des BBK)
- 4 Personen: 24 Liter für 3 Tage, 80 Liter für 10 Tage
Haustiere und besondere Bedürfnisse
Der Ratgeber erinnert ausdrücklich: Denken Sie auch an Ihre Haustiere. Eine feste Menge für Tiere nennt das BBK nicht. Richten Sie sich nach dem, was Ihr Tier an einem normalen Tag trinkt, und rechnen Sie das auf die Zahl der Tage hoch.
Wer ein Assistenztier hat, für den nennt das BBK ausreichend Tiernahrung und Wasser als Teil der Vorsorge. Auch sonst lohnt sich die Frage, die der Ratgeber beim Essen stellt: Für wen ist der Vorrat? Kleinkinder oder Menschen mit besonderem Bedarf im Haushalt gehören in die Rechnung. Unser Vorratsplaner rechnet die Mengen für Ihren Haushalt aus.
Welches Wasser und wie Sie es lagern
Sie brauchen kein besonderes Notfallwasser. Mineralwasser aus dem Supermarkt reicht. Das Informationsportal Ernährungsvorsorge des Bundes schreibt: Im Prinzip ist Mineralwasser in einer original verschlossenen Flasche nahezu unbegrenzt haltbar. Für eine gleichbleibend gute Qualität sollte es an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort stehen, denn Sonne und Wärme beeinträchtigen die Qualität.
Zum Mindesthaltbarkeitsdatum nennt das Portal: In der Regel geben Hersteller für Mineralwasser in Glasflaschen zwei Jahre an, für PET-Flaschen ein Jahr. Unser Tipp, damit nichts abläuft: Trinken Sie im Alltag die ältesten Flaschen zuerst und stellen Sie neue nach hinten. So erneuert sich der Vorrat von selbst.
Was Sie schon im Haus haben
Ein Wasservorrat muss kein Extra-Kauf sein. Viele Haushalte haben ohnehin ein paar Kisten Mineralwasser im Keller oder in der Abstellkammer. Zählen Sie nach, wie viele Liter es sind, und ergänzen Sie nur die Differenz zu Ihrem Ziel, ob drei oder zehn Tage.
Für Wasser, das nicht zum Trinken gedacht ist, nennt die Checkliste des BBK unter Sonstiges einen Wasserbehälter für Löschwasser oder Brauchwasser. Dafür taugen Eimer oder Kanister, die Sie schon besitzen. Die ganze Liste erklärt der Ratgeber Die Checkliste des BBK.
Wenn das Gesundheitsamt ein Abkochgebot ausspricht
Ist das Leitungswasser mit Keimen belastet, kann das Gesundheitsamt ein Abkochgebot aussprechen. Für die Bekanntmachung an die Haushalte schlägt das Umweltbundesamt diesen Wortlaut vor: Lassen Sie das Wasser einmalig sprudelnd aufkochen und dann langsam über mindestens 10 Minuten abkühlen. Ein Wasserkocher ist dafür aus praktischen Gründen zu empfehlen.
Für die meisten Zwecke rät der Mustertext, danach zu warten, bis das Wasser nur noch handwarm ist, um Verbrühungen zu vermeiden.
Abgekocht werden muss nach diesem Mustertext alles Wasser zum Trinken, Waschen und Zubereiten von Obst, Gemüse, Getränken oder anderen ungekochten Nahrungsmitteln, außerdem das Wasser für Eiswürfel und zum Zähneputzen. Vorsicht mit heißem Wasser: Es besteht Verbrühungsgefahr. Kinder sowie alte und kranke Menschen nehmen die hohe Temperatur häufig nicht wahr. Für die Körperpflege sollte zumindest bei Kleinkindern sowie kranken oder immungeschwächten Menschen ebenfalls abgekochtes und wieder abgekühltes Wasser verwendet werden.
Aufgehoben wird das Abkochgebot ebenfalls durch das Gesundheitsamt. Maßgeblich ist immer die Mitteilung Ihres Gesundheitsamts oder Ihres Wasserversorgers.
Für den Vorrat brauchen Sie kein besonderes Notfallwasser. Normales Mineralwasser in original verschlossenen Flaschen, dunkel und kühl gelagert, deckt die Empfehlung des BBK von 2 Litern pro Person und Tag.
Häufige Fragen
Wie viel Wasser brauche ich für 10 Tage?
Nach der Empfehlung des BBK 20 Liter pro Person, also 2 Liter pro Tag mal 10 Tage. Für drei Personen nennt das BBK selbst 60 Liter für 10 Tage. Wenn das zu viel auf einmal ist, beginnen Sie mit 3 Tagen, also 6 Litern pro Person.
Wie lange hält Mineralwasser?
Original verschlossen ist Mineralwasser laut dem Portal Ernährungsvorsorge im Prinzip nahezu unbegrenzt haltbar. Hersteller geben für Glasflaschen in der Regel zwei Jahre Mindesthaltbarkeit an, für PET-Flaschen ein Jahr. Dunkel, kühl und trocken gelagert bleibt die Qualität am besten.
Wer entscheidet, ob ich das Leitungswasser abkochen muss?
Das Gesundheitsamt. Es spricht ein Abkochgebot aus und hebt es auch wieder auf. Achten Sie auf die Mitteilungen Ihres Gesundheitsamts oder Ihres Wasserversorgers und halten Sie sich an deren Wortlaut.
Brauche ich Wasser auch für Haustiere?
Ja. Das BBK schreibt im Ratgeber: Denken Sie auch an Ihre Haustiere. Eine feste Menge nennt es nicht. Planen Sie so viel, wie Ihr Tier an einem normalen Tag trinkt, für jeden Tag Ihres Vorrats.