Stromausfall: vorbereitet sein und ruhig handeln
Was bei einem Stromausfall ausfällt, wie Sie sich nach den Hinweisen des BBK vorbereiten und was Sie tun, wenn das Licht ausgeht. Ruhig und praktisch.
Von Tom Calder · Aktualisiert am 2. November 2026 · Nach dem BBK-Ratgeber und der BBK-Broschüre „Stromausfall: Vorsorge und Selbsthilfe“
- In der Regel werden Stromausfälle laut BBK in wenigen Stunden behoben. Bei großflächigen Schäden kann es auch Tage dauern.
- Ein Stromausfall allein ist kein Notfall, kann im Einzelfall aber zu einem führen. Die Notrufnummern 112 (Feuerwehr und Rettungsdienst) oder 110 (Polizei) sind nur für Notfälle da; Auskunft zur Dauer gibt Ihr Stromnetzbetreiber.
- Wichtig sind Licht, ein Radio mit Batterien oder Kurbel, eine geladene Powerbank, Bargeld und haltbares Essen, das man kalt essen kann.
- Schalten Sie Herd, Bügeleisen und andere Wärmegeräte gleich aus, damit sie nicht unkontrolliert wieder anlaufen, wenn der Strom zurückkommt.
- Nicht in der Wohnung oder im Haus grillen und keinen Stromerzeuger in Innenräumen betreiben. Camping-Kocher mit Gaskartusche sollten Sie nur im Freien nutzen.
Was bei einem Stromausfall ausfällt
Kühlschrank und Herd fallen aus, Licht und Heizung funktionieren nicht mehr. Es kommt kein Wasser mehr aus der Leitung, und Internet und Mobilfunk sind gestört. So beschreibt das BBK die Folgen. Auch Geldautomaten funktionieren dann nicht, und die Kartenzahlung fällt aus.
Die beruhigende Nachricht steht gleich daneben: In der Regel werden Stromausfälle in wenigen Stunden behoben. Nur in Notsituationen mit großflächigen Schäden kann es laut BBK auch einmal Tage dauern, bis der Strom wieder da ist. Für diesen selteneren Fall lohnt sich die Vorbereitung.
Vorbereiten mit dem, was Sie haben
Die BBK-Broschüre zum Stromausfall rät, dass sich jeder Haushalt so vorbereitet, dass er einige Tage ohne Hilfe von außen auskommt. Dazu gehören Vorräte an Trinkwasser, Lebensmitteln, Bargeld und gegebenenfalls Babynahrung, Medikamenten und Hygieneartikeln, bei Bedarf auch Futter für Haustiere. Bargeld ist wichtig, weil bei Stromausfall auch die Geldautomaten nicht mehr funktionieren.
Im Vorteil ist, wer haltbare Lebensmittel hat, die kalt verzehrt werden können. Essen, das nicht gekühlt werden muss, verdirbt während eines Stromausfalls nicht. Vieles davon steht in Ihrer Küche ohnehin. Die vollständige Liste erklärt der Ratgeber Die Checkliste des BBK, die Wassermengen der Ratgeber Wasservorrat anlegen.
Licht, Radio und Strom fürs Handy
Für Licht nennt die Checkliste des BBK eine Taschenlampe mit Ersatzbatterien. Kerzen helfen auch, brauchen aber Aufmerksamkeit. Wer Kerzen als Lichtquelle nutzt, sollte laut BBK regelmäßig lüften, weil die Erneuerung des Sauerstoffs in den Räumen dann besonders wichtig ist. Kerzen und Gaslampen, die unsachgemäß oder unbeaufsichtigt betrieben werden, erhöhen nach dem BBK das Brandrisiko.
Für Nachrichten halten Sie ein batteriebetriebenes Radio oder Kurbelradio bereit, damit Sie bei einem langen Stromausfall die Mitteilungen der Behörden verfolgen können. Auch ein Autoradio funktioniert. Achten Sie darauf, dass Handy und Laptop geladen sind, und halten Sie eine aufgeladene Powerbank bereit. Mit ihr laden Sie zum Beispiel Ihr Mobiltelefon.
Telefonieren Sie während eines Stromausfalls nur, wenn es nötig ist. Die Mobilfunknetze sind laut BBK bei solchen Ereignissen schnell überlastet, und Polizei und Feuerwehr sollen in Notfällen erreichbar bleiben.
Wenn der Strom weg ist
Schalten Sie gleich nach Beginn des Stromausfalls alle elektrischen Wärmegeräte aus: Herd, Ofen, Bügeleisen, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Heizdecken und Heizlüfter. So verhindern Sie laut BBK, dass diese Geräte unkontrolliert laufen, wenn der Strom zurückkommt.
Informationen zum Stromausfall und zu seiner möglichen Dauer gibt Ihr Stromnetzbetreiber. Die Notrufnummern 112 (Feuerwehr und Rettungsdienst) oder 110 (Polizei) dienen nach dem BBK ausschließlich der Meldung von Notfällen. Ein Stromausfall allein ist kein Notfall, kann im Einzelfall aber zu einem führen.
Funktionieren die Notruf-Nummern nicht mehr, gehen Sie bei einem Notfall wenn möglich zur nächsten Polizeiwache oder ins Krankenhaus. Fragen Sie schon jetzt bei Ihrer Gemeinde- oder Stadtverwaltung, wie sie bei einem längeren Stromausfall informiert und wo Sie dann einen Notruf absetzen können.
Kühlschrank und Gefriertruhe
Bei einem längeren Ausfall tauen Kühl- und Gefrierschränke ab, und die Lebensmittel darin verderben nach dem BBK innerhalb kurzer Zeit. Planen Sie Ihren Vorrat deshalb so, dass er nicht auf Kühlung angewiesen ist.
Kochen und Heizen: nur sichere Geräte
Einen Camping-Kocher mit Gaskartusche und einen Gas- oder Holzkohlegrill sollten Sie nach dem BBK nur im Freien nutzen, etwa im Garten oder auf dem Balkon. Das BBK warnt: Nicht in der Wohnung oder im Haus grillen, es besteht Erstickungsgefahr. In Räumen können Sie ein Stövchen mit Teelicht, ein Fondue-Set mit Brennpaste oder einen Gaskocher nutzen, der für die Nutzung in Innenräumen zugelassen ist.
Nutzen Sie innen nur Geräte, die für Innenräume zugelassen sind. Wenn zu wenig Sauerstoff in der Atemluft ist, kann bei der Verbrennung Kohlenmonoxid entstehen, und eine Kohlenmonoxidvergiftung ist lebensgefährlich. Vorsicht auch bei offenem Feuer in Innenräumen, etwa bei Kerzen und Teelichtern. Das BBK rät, am besten geprüfte und zugelassene Kohlenmonoxid-Melder zu installieren.
Ohne Heizung helfen warme Kleidung und Decken eine Zeit lang. Bleiben Sie möglichst in einem Raum und halten Sie die Türen geschlossen, damit die Wärme nicht entweicht. Lüften Sie trotzdem regelmäßig.
Stromerzeuger und Batteriespeicher
Ein Stromerzeuger steht nicht auf der Checkliste des BBK. Wer einen hat, für den gilt nach der BBK-Broschüre: Stromerzeuger dürfen nicht in Innenräumen betrieben werden, wegen der Abgase besteht Erstickungsgefahr. Geeignet ist ein gut belüfteter und trockener Aufstellungsort im Freien. Arbeiten an der Hausinstallation dürfen nur Elektrofachbetriebe ausführen.
Als Alternative nennt das BBK Batteriesysteme. Sie entladen sich mit der Zeit selbst und sollten regelmäßig überprüft und gegebenenfalls nachgeladen werden. Zum Laden des Handys nennt der Ratgeber des BBK eine Powerbank.
Die Notrufnummern 112 (Feuerwehr und Rettungsdienst) oder 110 (Polizei) sind nach dem BBK ausschließlich für Notfälle da. Wer nur wissen will, wie lange der Strom wegbleibt, fragt den Stromnetzbetreiber oder hört Radio. Ein Stromausfall kann im Einzelfall aber zu einem Notfall führen. Dann wählen Sie den Notruf.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Stromausfall meistens?
In der Regel werden Stromausfälle laut BBK in wenigen Stunden behoben. Bei großflächigen Schäden kann es auch Tage dauern. Auskunft über den Ausfall und seine mögliche Dauer gibt Ihr Stromnetzbetreiber.
Darf ich bei Stromausfall drinnen grillen oder den Camping-Kocher nutzen?
Grillen nicht. Das BBK warnt: Nicht in der Wohnung oder im Haus grillen, es besteht Erstickungsgefahr. Auch mit einem Camping-Kocher mit Gaskartusche sollten Sie nach dem BBK nur im Freien kochen. In Räumen können Sie ein Stövchen, ein Fondue-Set mit Brennpaste oder einen Gaskocher nutzen, der für Innenräume zugelassen ist.
Brauche ich einen Stromerzeuger?
Er steht nicht auf der Checkliste des BBK. Für Licht, Nachrichten und Handy nennt die Checkliste Taschenlampe, Batterie- oder Kurbelradio und Powerbank. Wer doch einen Stromerzeuger hat: Er darf nicht in Innenräumen betrieben werden.
Was mache ich mit dem Kühlschrank?
Planen Sie den Vorrat so, dass er keine Kühlung braucht. Bei einem längeren Ausfall tauen Kühl- und Gefrierschränke ab, und die Lebensmittel darin verderben laut BBK innerhalb kurzer Zeit.