Sturm und Unwetter: die Warnungen des DWD verstehen
Gelb, Orange, Rot, Violett: was die Warnstufen des Deutschen Wetterdienstes bedeuten und was der DWD bei Sturm, Gewitter und Starkregen empfiehlt.
Von Tom Calder · Aktualisiert am 2. November 2026 · Nach den Warnkriterien und Handlungsempfehlungen des Deutschen Wetterdienstes und dem BBK-Ratgeber
- Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt in vier Stufen: Gelb, Orange, Rot und Violett.
- Stufe 3 (Rot) heißt Amtliche Unwetterwarnung. Dann rät der DWD, Aufenthalte im Freien zu vermeiden.
- Vor einem Sturm hilft, was nichts kostet: Gegenstände draußen sichern, Fenster und Türen schließen, Abstand zu Bäumen und Gerüsten halten.
- Fällt der Strom aus, informiert ein Radio mit Batterien oder Kurbel weiter.
- Der DWD nennt seine Empfehlungen unverbindliche Hinweise; über die Umsetzung entscheidet man nach der Lage vor Ort. Anweisungen der Behörden gehen vor.
Wer warnt und auf welchen Wegen
Amtliche Wetterwarnungen für Deutschland gibt der Deutsche Wetterdienst heraus, auf seiner Website und in der WarnWetter-App. Die aktuellen Warnungen zeigt auch unsere Seite Warnungen des DWD. Behörden warnen nach dem BBK auf mehreren Kanälen: Die meisten Informationen erhalten Sie über Warn-Apps und Radio, in besonderen Gefahrenlagen zusätzlich über Sirenen und Handys.
Das BBK gibt zwei einfache Regeln mit: Nehmen Sie amtliche Warnungen ernst, und geben Sie sie an Nachbarschaft, Freundeskreis und Familie weiter, denn vielleicht haben nicht alle die Information erhalten. Hören Sie eine Sirene mit einem einminütigen, an- und abschwellenden Heulton, bedeutet das: Es besteht Gefahr, informieren Sie sich. Ein einminütiger Dauerton heißt: Die Gefahr ist vorbei.
Die vier Warnstufen des DWD
Der DWD beschreibt seine Stufen so, mit den Farben aus Website und WarnWetter-App:
- Stufe 1, Gelb: Amtliche Warnungen. Die Wetterentwicklung ist nicht ungewöhnlich, trotzdem können Gefährdungen auftreten.
- Stufe 2, Orange: Amtliche Warnung vor markantem Wetter. Nicht ungewöhnlich, aber gefährlich; vereinzelt oder örtlich können Schäden auftreten.
- Stufe 3, Rot: Amtliche Unwetterwarnung. Sehr gefährlich; es können verbreitet Schäden auftreten. Vermeiden Sie Aufenthalte im Freien.
- Stufe 4, Violett: Amtliche Warnung vor extremem Unwetter. Extrem gefährlich; es können lebensbedrohliche Situationen und große Schäden und Zerstörungen entstehen. Vermeiden Sie Aufenthalte im Freien und folgen Sie auf jeden Fall den Anweisungen der Behörden, Ordnungs- und Hilfskräfte.
Vorabinformation und Stufen beim Wind
Nicht jedes Wetterelement hat alle vier Stufen; bei Nebel gibt es zum Beispiel nur Stufe 1. Zusätzlich gibt der DWD eine Vorabinformation Unwetter heraus, auf der Karte schraffiert, wenn eine sehr gefährliche Entwicklung möglich ist, Gebiet, Zeit und Stärke aber noch nicht sicher sind. Sie dient dazu, sich rechtzeitig vorzubereiten.
Beim Wind richtet sich die Stufe nach der Stärke der Böen, bezogen auf etwa 10 Meter Höhe über offenem, freiem Gelände. Windböen über 50 km/h sind Stufe 1. Sturmböen von 65 bis 89 km/h und schwere Sturmböen von 90 bis 104 km/h sind Stufe 2. Orkanartige Böen von 105 bis 119 km/h und Orkanböen ab 120 km/h sind Stufe 3. Extreme Orkanböen mit überörtlich mehr als 140 km/h sind Stufe 4.
Bei Sturm: was der DWD empfiehlt
Schon bei Sturmböen rät der DWD, freistehende Gegenstände wie Möbel zu sichern, Zelte und Abdeckungen zu befestigen und im Freien auf herabfallende Äste zu achten. Bei orkanartigen Böen nennt er Gefahr für Leib und Leben durch umstürzende Bäume und herabfallende Dachziegel. Seine Empfehlungen dafür:
- Aufenthalt im Freien vermeiden oder Schutz suchen, zum Beispiel in Gebäuden
- wenn genug Zeit bleibt: Gegenstände im Freien sichern oder abbauen
- ausreichend Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen halten
- alle Fenster und Türen schließen
- das Verhalten im Straßenverkehr anpassen und Behinderungen einplanen
Orkan und extremes Unwetter
Bei Orkanböen rät der DWD, Aufenthalte im Freien und Fahrten unbedingt zu vermeiden. Bei extremen Orkanböen kommt hinzu: sich auf Netzausfälle wie bei Strom und Mobilfunk vorbereiten, die Lage in Radio, Fernsehen und Internet verfolgen, den Aufforderungen der Katastrophenschutzbehörden folgen und gegebenenfalls Nachbarn, Freunde und Angehörige informieren.
Der DWD nennt alle seine Handlungsempfehlungen selbst unverbindliche Hinweise. Über die Umsetzung soll man nach der Lage vor Ort entscheiden. Was Behörden, Polizei und Feuerwehr anordnen, geht vor.
Gewitter und Starkregen
Ein starkes Gewitter mit Sturmböen, schweren Sturmböen, Starkregen oder Hagel ist beim DWD Stufe 2, ein schweres Gewitter mit Hagelschlag, heftigem Starkregen, orkanartigen Böen oder Orkanböen Stufe 3. Beim Starkregen sind 15 bis 25 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde (oder 20 bis 35 Liter in sechs Stunden) Stufe 2, 25 bis 40 Liter in einer Stunde (35 bis 60 Liter in sechs Stunden) Stufe 3 und mehr als 40 Liter in einer Stunde (mehr als 60 Liter in sechs Stunden) Stufe 4.
Bei heftigem Starkregen nennt der DWD rasche Überflutungen von Straßen, Unterführungen und Kellern. Er rät, überflutete und gefährdete Abschnitte zu meiden und bei drohender oder bestehender Überflutung den Keller sofort zu verlassen. Mehr dazu im Ratgeber Hochwasser und Starkregen.
Wenn Strom und Netz ausfallen
Starke Stürme können nach dem BBK Stromleitungen beschädigen. Das BBK erinnert: Bei einem Stromausfall oder einem Ausfall des Mobilfunknetzes funktionieren viele Warnkanäle nicht. Radiosender funktionieren aber auch dann noch. Ein Radio mit Batterien oder Kurbel und eine geladene Powerbank helfen deshalb, auch bei Stromausfall informiert zu bleiben. Was sonst hilft, steht im Ratgeber Stromausfall.
Im Notfall erreichen Sie 112 (Feuerwehr und Rettungsdienst) oder 110 (Polizei).
Was der DWD vor einem Sturm empfiehlt, kostet nichts: Gegenstände im Freien sichern oder abbauen, Fenster und Türen schließen, Abstand zu Bäumen und Gerüsten halten und bei Orkanböen Fahrten vermeiden. Für Nachrichten bei Stromausfall genügen ein Radio mit Batterien oder Kurbel und eine geladene Powerbank.
Häufige Fragen
Ab welcher Stufe ist es eine Unwetterwarnung?
Beim DWD ab Stufe 3 (Rot): Amtliche Unwetterwarnung. Stufe 4 (Violett) heißt Amtliche Warnung vor extremem Unwetter. Stufe 1 (Gelb) heißt Amtliche Warnungen, Stufe 2 (Orange) Amtliche Warnung vor markantem Wetter.
Was bedeutet die schraffierte Fläche auf der Warnkarte?
Das ist die Vorabinformation Unwetter. Der DWD hält dann eine sehr gefährliche Wetterentwicklung für möglich, Gebiet, Zeit und Stärke sind aber noch nicht sicher. Sie dient der rechtzeitigen Vorbereitung. Informieren Sie sich regelmäßig, ob daraus eine Warnung wird.
Muss ich bei einer roten Warnung zu Hause bleiben?
Der DWD rät bei Stufe 3, Aufenthalte im Freien zu vermeiden; wer sich dem Wetter aussetzen muss, soll sehr vorsichtig sein. Seine Hinweise sind unverbindlich. Entscheiden Sie nach der Lage vor Ort und folgen Sie Anweisungen der Behörden.
Was bedeutet der Sirenenton?
Ein einminütiger, an- und abschwellender Heulton bedeutet laut BBK: Es besteht Gefahr, informieren Sie sich, etwa über Radio oder Warn-App. Ein einminütiger Dauerton ist die Entwarnung.
Quellen (9)
- Deutscher Wetterdienst: Warnstufen und Farbskala
- Deutscher Wetterdienst: Warnkriterien
- Deutscher Wetterdienst: Hinweise und Empfehlungen zu Sturmböen
- Deutscher Wetterdienst: Hinweise und Empfehlungen zu orkanartigen Böen
- Deutscher Wetterdienst: Hinweise und Empfehlungen zu Orkanböen
- Deutscher Wetterdienst: Hinweise und Empfehlungen zu extremen Orkanböen
- Deutscher Wetterdienst: Hinweise und Empfehlungen zu heftigem Starkregen
- BBK: Vorsorgen für Krisen und Katastrophen (Ratgeber, Stand 11/2025)
- BBK: Vorsorge und Handeln bei Stromausfall