Lebensmittelvorrat: erst 3 Tage, dann 10
Wie viel Essen in den Vorrat gehört, welche Lebensmittel sich eignen und wie Sie ihn pflegen. Mit der Vorratstabelle des Bundes, ohne Notfallpakete.
Von Tom Calder · Aktualisiert am 2. November 2026 · Nach dem BBK-Ratgeber, der BBK-Seite „Essen und Trinken bevorraten“ und dem Ernährungsvorsorge-Portal der BLE
- Sie sollten sich nach dem BBK für möglichst 10 Tage selbst versorgen können. Aber auch ein Vorrat für zumindest 3 Tage hilft schon sehr.
- Geeignet ist Essen, das nicht gekühlt und möglichst nicht gekocht werden muss, oder das mit wenig Energie gar wird.
- Die Beispiele des BBK sind gewöhnliche Lebensmittel: Trockenfrüchte, Konserven, Nüsse, Zwieback und Müsliriegel.
- Unser Rat: Am einfachsten ist der lebende Vorrat des BBK, also bei jedem Einkauf etwas mehr kaufen und das, was zuerst abläuft, zuerst verbrauchen.
- Denken Sie an Allergien, Kleinkinder und Haustiere. Wasser gehört dazu: idealerweise 2 Liter pro Person und Tag.
Wie viel: 3 Tage als Anfang, 10 Tage als Ziel
Ein Vorrat kann in vielen Situationen hilfreich sein, schreibt das BBK: bei einem plötzlichen Stromausfall, extremen Wetterlagen, einer plötzlichen Erkrankung oder wenn die Regale im Lebensmittelgeschäft leer bleiben. Sie sollten sich für möglichst 10 Tage selbst versorgen können. Aber auch ein Vorrat für zumindest 3 Tage hilft schon sehr. Darauf können Sie schrittweise aufbauen.
Die Checkliste des BBK hat dafür Kästchen für 3, 5, 7 und 10 Tage. Jede Stufe zählt. Wer heute für drei Tage vorsorgt, hat schon viel erreicht.
Welche Lebensmittel sich eignen
Welche Produkte für Ihren Vorrat geeignet sind, hängt nach dem BBK von Ihren persönlichen Bedürfnissen ab. Eine Orientierung am alltäglichen Lebensmittelverbrauch kann helfen, den eigenen Bedarf zu ermitteln. Diese Punkte helfen bei der Auswahl:
- Haltbar: Essen, das nicht gekühlt werden muss, verdirbt während eines Stromausfalls nicht.
- Fertig: Essen, das nicht gekocht werden muss, ist essbar, auch wenn der Herd nicht mehr funktioniert.
- Kurze Kochzeit: Essen, das mit wenig Energie gekocht werden kann, spart Brennstoff.
- Beispiele des BBK: Trockenfrüchte, Konserven mit Obst, Gemüse, Fleisch oder Fisch, Trockenfleisch oder Trockenwurst, Nüsse, Zwieback, Müsliriegel.
Die Vorratstabelle des Bundes als Orientierung
Wer es genau wissen will, findet auf dem Ernährungsvorsorge-Portal der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (ernaehrungsvorsorge.de) eine Vorratstabelle und einen Vorratskalkulator. Die Tabelle rechnet für eine Person und 10 Tage bei durchschnittlich 2.200 Kilokalorien am Tag mit diesen Mengen:
Das sind allgemeine Empfehlungen, die nach dem Portal gegebenenfalls an die individuellen Ernährungsbedürfnisse angepasst werden müssen. Für Menschen, die kein Fleisch essen, gibt es eine vegetarische Tabelle.
- Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln: 3,3 kg
- Gemüse, Pilze: 4,0 kg
- Obst: 2,5 kg
- Getränke: 20 Liter
- Milch und Milcherzeugnisse: 2,5 kg
- Eier, Fleisch, Wurst und Fisch: 1,2 kg
- Fette und Öl: 330 g
Einmaliger oder lebender Vorrat
Das BBK beschreibt zwei Wege. Beim einmaligen Vorrat legen Sie einmal einen größeren Vorrat an, prüfen ihn regelmäßig auf Haltbarkeit, zum Beispiel einmal im Jahr zu einem festen Datum, und ersetzen abgelaufene oder verbrauchte Produkte zeitnah.
Beim lebenden Vorrat nehmen Sie bei jedem Einkauf etwas zusätzlich mit, zum Beispiel ein bis zwei Packungen Nudeln mehr, als Sie gerade brauchen. Sie verbrauchen die Produkte im Alltag und nehmen dabei zuerst die, die zuerst ablaufen. Verbrauchtes kaufen Sie beim nächsten Einkauf nach. So bleibt der Vorrat erhalten, auch wenn Sie ihn nutzen. Vorratshaltung spart nach dem Ernährungsvorsorge-Portal auch Geld, etwa durch Sonderangebote.
Richtig lagern und pflegen
Das Ernährungsvorsorge-Portal gibt einfache Regeln für die Pflege. Neue Vorräte immer nach hinten oder unten stellen und zuerst die ältere Ware verbrauchen. Das Mindesthaltbarkeitsdatum regelmäßig kontrollieren und Lebensmittel rechtzeitig verbrauchen. Konservendosen, die bombiert sind, bei denen also Boden oder Deckel nach außen gewölbt sind, lassen auf einen verdorbenen Inhalt schließen. Ihr Inhalt darf auf keinen Fall mehr verzehrt werden.
Für eine Speisekammer oder einen Speiseschrank nennt das Portal 15 bis 20 °C, belüftbar und dunkel. Viele Packungen tragen selbst einen Hinweis, wie sie zu lagern sind.
Kühlschrank und Gefriertruhe einplanen
Das Ernährungsvorsorge-Portal rät, vorher zu überlegen, welche Lagermöglichkeiten Ihre Kühl- und Gefriergeräte bieten und welche Alternativen es bei einem Energieausfall gibt. Bei einem längeren Stromausfall tauen Kühl- und Gefrierschränke ab, und die Lebensmittel darin verderben nach dem BBK innerhalb kurzer Zeit.
Zu jedem ausgewogenen Notvorrat gehören nach dem Portal deshalb ausreichende Mengen an Trinkwasser sowie Lebensmittel, die gegebenenfalls auch kalt verzehrt werden können. Wie Sie ohne Strom kochen, lesen Sie in unserem Guide Kochen ohne Strom.
Für wen ist der Vorrat?
Gibt es Allergien oder Essgewohnheiten, zu denen Ihr Vorrat passen muss? Haben Sie Vorräte für Kleinkinder und Haustiere, die Sie in einem Notfall auch versorgen müssen? Diese Fragen stellt das BBK. Die Checkliste nennt auch einen Futtervorrat für Haustiere.
Wasser kommt vor dem Essen: Trinkwasser ist nach dem BBK sehr wichtig, wichtiger als Essen. Idealerweise 2 Liter pro Person und Tag. Mehr dazu in unserem Guide Wasservorrat anlegen.
Unser Rat: Bauen Sie den Vorrat aus dem auf, was Sie ohnehin essen: bei jedem Einkauf etwas mehr mitnehmen und das, was zuerst abläuft, zuerst verbrauchen. Die Beispiele des BBK sind gewöhnliche Lebensmittel wie Konserven, Nüsse und Zwieback. Spezielle Notfallnahrung nennt die Checkliste nicht.
Häufige Fragen
Reicht ein Vorrat für drei Tage?
Als Anfang ja. Das BBK schreibt: Sie sollten sich für möglichst 10 Tage selbst versorgen können. Aber auch ein Vorrat für zumindest 3 Tage hilft schon sehr. Darauf können Sie schrittweise aufbauen.
Wie viel Wasser gehört zum Vorrat?
Idealerweise 2 Liter pro Person und Tag, davon 0,5 Liter zum Kochen. So rechnet das BBK. Für drei Personen sind das 18 Liter für 3 Tage und 60 Liter für 10 Tage.
Kann ich Tiefkühlkost einrechnen?
Nicht als einzigen Vorrat. Bei einem längeren Stromausfall tauen Kühl- und Gefrierschränke ab, und die Lebensmittel darin verderben nach dem BBK innerhalb kurzer Zeit. Planen Sie deshalb Lebensmittel ein, die nicht gekühlt werden müssen.
Muss ich den Vorrat regelmäßig erneuern?
Ja. Beim einmaligen Vorrat rät das BBK, ihn regelmäßig auf Haltbarkeit zu prüfen, etwa einmal im Jahr, und Abgelaufenes zeitnah zu ersetzen. Beim lebenden Vorrat verbrauchen Sie im Alltag zuerst, was zuerst abläuft, und kaufen nach.