Medikamentenvorrat für den Notfall: wie viel sinnvoll ist und wie Sie ihn lagern
Wie viel Vorrat an Dauermedikamenten das BBK empfiehlt, wie Sie Medikamente richtig lagern und was ins Notgepäck gehört. Nach BBK, BMG und gesund.bund.de.
Von Tom Calder · Aktualisiert am 2. November 2026 · Nach dem BBK-Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“, der BBK-Seite zur Hausapotheke, der Seite „Arzneimittel richtig aufbewahren und entsorgen“ des Bundesgesundheitsministeriums und gesund.bund.de
- Wenn Sie regelmäßig auf Medikamente angewiesen sind, ist nach dem BBK ein Vorrat für mindestens zehn Tage sinnvoll.
- Füllen Sie den Vorrat auf, bevor er verbraucht ist. Für Menschen mit Beeinträchtigungen nennt das BBK dazu einen Medikamentenplan.
- Lagern Sie Medikamente so, wie es auf der Packung steht: möglichst in der Originalverpackung, nicht im Badezimmer, nie in großer Hitze und für Kinder unzugänglich.
- Persönliche Medikamente gehören ins Notgepäck, falls Sie vorübergehend woanders unterkommen müssen.
- Abgelaufene Medikamente können nach dem BBK nicht nur ihre Wirkung verlieren, sondern auch gefährlich werden.
Warum ein eigener Vorrat
In einer Krise oder Katastrophe kann es nach dem BBK sein, dass der Rettungsdienst, Krankenhäuser und Apotheken vorübergehend nicht verfügbar sind. Daher ist es sinnvoll, wichtige Medikamente zuhause zu haben.
Die Hausapotheke ist nach dem BBK auch wichtig, wenn Sie in einer Notsituation Ihr Zuhause nicht verlassen können oder die medizinische Versorgung unterbrochen ist. Was neben den eigenen Medikamenten in die Hausapotheke gehört, steht in unserem Guide Hausapotheke.
Wie viel Vorrat sinnvoll ist
Persönliche Medikamente, zum Beispiel ein Asthmaspray, stellen Sie nach Ihrem Bedarf zusammen. Wenn Sie regelmäßig auf Medikamente angewiesen sind, ist nach dem BBK ein Vorrat für mindestens zehn Tage sinnvoll. Achten Sie darauf, den Vorrat an wichtigen Medikamenten aufzufüllen, bevor er verbraucht ist.
Unser Rat: Sprechen Sie mit Ihrer Arztpraxis oder Apotheke, wie Sie diesen Vorrat am besten aufbauen, etwa indem Sie sich ein Folgerezept rechtzeitig ausstellen lassen. So brauchen Sie keine zusätzlichen Medikamente, sondern nur etwas Vorlauf bei denen, die Sie ohnehin nehmen.
Medikamentenplan und Notfallinformationen
Das BBK nennt einen Medikamentenplan und einen Vorrat an notwendigen Medikamenten, mit Blick auf Haltbarkeit und Lagerung. In einem Notfallausweis können nach dem BBK auch wichtige Informationen zu Krankheiten, Allergien, Hilfsmitteln und Notfallkontakten stehen.
Neben einer Hausapotheke kann nach gesund.bund.de eine Notfalldose sinnvoll sein, vor allem für Menschen mit Vorerkrankungen. Auf ihrem Infoblatt tragen Sie unter anderem Erkrankungen, regelmäßig eingenommene Medikamente und Kontaktadressen ein. Die Dose gehört in die Kühlschranktür, damit der Rettungsdienst sie schnell findet.
Richtig lagern
Wie ein Arzneimittel gelagert wird, steht nach dem Bundesgesundheitsministerium auf der Umverpackung und in der Packungsbeilage. Bewahren Sie Arzneimittel möglichst in der Originalverpackung auf und werfen Sie weder Umverpackung noch Packungsbeilage weg. Die Angabe Raumtemperatur bedeutet 15 bis 25 °C (oder, wenn so vermerkt, 15 bis 30 °C), im Kühlschrank 2 bis 8 °C.
- Arzneimittel sollten niemals großer Hitze ausgesetzt werden, also zum Beispiel nicht im Auto liegen bleiben (BMG).
- Das Badezimmer ist wegen der stark schwankenden Luftfeuchtigkeit ein wenig geeigneter Aufbewahrungsort (BMG). Das BBK sagt: Das Badezimmer ist der falsche Platz.
- Arzneimittel sollen für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden (BMG).
- Am besten an einem festen Platz, der kühl, trocken und dunkel ist und nur für Erwachsene gut erreichbar (gesund.bund.de).
Medikamente aus dem Kühlschrank
Arzneimittel, die im Kühlschrank gelagert werden müssen, dürfen nach dem Bundesgesundheitsministerium nicht eingefroren werden. Sind sie versehentlich eingefroren, muss man davon ausgehen, dass sie nicht mehr verwendbar sind. Im Zweifel fragen Sie in Ihrer Apotheke.
Unser Rat: Fragen Sie in der Apotheke schon vorher, wie lange Ihr Medikament außerhalb des Kühlschranks haltbar ist, etwa bei einem Stromausfall. Wer für ein solches Medikament einen Vorrat anlegt, plant den Platz im Kühlschrank mit ein.
Ins Notgepäck
Persönliche Medikamente und Hygieneartikel gehören nach dem BBK ins Notgepäck. In einer Notsituation kann es sein, dass Sie vorübergehend woanders unterkommen müssen oder eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Persönliche Medikamente dabeizuhaben ist dann besonders wichtig. Mehr dazu steht in unserem Guide Notgepäck packen.
Haltbarkeit prüfen und entsorgen
Medikamente, die das Haltbarkeitsdatum überschritten haben, können nach dem BBK nicht nur ihre Wirkung verlieren, sondern auch gefährlich werden. Arzneimittel sollten nach dem Bundesgesundheitsministerium nicht nach Ablauf ihres Verfalldatums verwendet werden, denn sie können sich auch ohne sichtbare Anzeichen verändern. Fallen Ihnen Veränderungen auf, etwa Risse in Tabletten, Verfärbungen oder aufgeblähte Verpackungen, fragen Sie in Ihrer Apotheke nach.
Abgelaufene oder verdorbene Medikamente können nach gesund.bund.de in der Regel im Hausmüll entsorgt werden, aber nicht im Abfluss oder in der Toilette. Bei Lebensgefahr und wenn bleibende Schäden nicht ausgeschlossen werden können, muss nach gesund.bund.de der Notruf gewählt werden. Im Notfall erreichen Sie die 112 (Feuerwehr und Rettungsdienst) oder 110 (Polizei). In dringenden, nicht lebensbedrohlichen Situationen, wenn die Arztpraxis geschlossen hat, ist der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 zuständig.
Für einen Medikamentenvorrat müssen Sie nichts Besonderes kaufen. Es geht um die Mittel, die Sie ohnehin nehmen: Wenn Sie regelmäßig auf Medikamente angewiesen sind, ist nach dem BBK ein Vorrat für mindestens zehn Tage sinnvoll. Füllen Sie ihn auf, bevor er verbraucht ist, und lagern Sie ihn so, wie es auf der Packung und in der Packungsbeilage steht.
Häufige Fragen
Für wie viele Tage sollte ich meine Medikamente vorrätig haben?
Wenn Sie regelmäßig auf Medikamente angewiesen sind, ist nach dem BBK ein Vorrat für mindestens zehn Tage sinnvoll. Füllen Sie ihn auf, bevor er verbraucht ist, und achten Sie auf Haltbarkeit und Lagerung.
Darf ich abgelaufene Medikamente im Notfall noch nehmen?
Arzneimittel sollten nach dem Bundesgesundheitsministerium nicht nach Ablauf ihres Verfalldatums verwendet werden. Nach dem BBK können abgelaufene Medikamente nicht nur ihre Wirkung verlieren, sondern auch gefährlich werden. Prüfen Sie Ihren Vorrat deshalb regelmäßig.
Was ist mit Medikamenten, die in den Kühlschrank gehören?
Sie dürfen nach dem Bundesgesundheitsministerium nicht eingefroren werden, und eingefrorene Arzneimittel muss man als nicht mehr verwendbar ansehen. Im Zweifel fragen Sie in Ihrer Apotheke. Unser Rat: Klären Sie dort schon vorher, wie lange Ihr Medikament ohne Kühlung haltbar ist.
Wo lagere ich meinen Vorrat am besten?
So, wie es auf der Packung steht, möglichst in der Originalverpackung. Nach gesund.bund.de eignet sich ein fester Platz, der kühl, trocken und dunkel und nur für Erwachsene gut erreichbar ist. Nicht ins Badezimmer und nicht ins Auto.