Mit Solarpanel laden: was realistisch ist
Was ein Solarladegerät bei Stromausfall bringt, wie wenig Sonne der Dezember in Deutschland hat, wie Sie Akkus dabei sicher laden und wann Sie keines brauchen.
Von Tom Calder · Aktualisiert am 2. November 2026 · Nach dem BBK-Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ (Stand 11/2025), der BBK-Seite „Vorsorge und Handeln bei Stromausfall“, der BBK-Broschüre „Stromausfall. Vorsorge und Selbsthilfe“ (Stand 2026), den Monatsberichten des Deutschen Wetterdienstes und den Umwelttipps des Umweltbundesamtes zu Akkus
- Solarbetriebene Batterieladegeräte oder eine Powerbank können nach dem BBK bei Stromausfall eine Hilfe sein. Die Checkliste nennt ein Radio mit Solarzelle, Batterien oder Kurbel.
- Im Winter ist die Sonne knapp: Im Dezember schien sie nach dem Deutschen Wetterdienst im Mittel der Jahre 1991 bis 2020 in Deutschland 42 Stunden, im Juni 216 Stunden.
- Eine eigene Photovoltaikanlage liefert bei Stromausfall nur Strom, wenn sie nach dem BBK dafür ausgelegt ist. Änderungen daran darf nur ein anerkannter Elektrofachbetrieb vornehmen.
- Akkus und Powerbanks lagern und laden Sie nach dem Umweltbundesamt nicht im Freien und nicht an sehr heißen Orten. Unser Rat: Das Panel liegt in der Sonne, der Akku drinnen.
- Unser Rat: Eine geladene Powerbank und Ersatzbatterien sind die Grundlage. Ein Solarladegerät ist eine Ergänzung, vor allem für längere Ausfälle im Sommerhalbjahr.
Was das BBK zu Solar sagt
Die Checkliste des BBK nennt unter „Information/Kommunikation“ ein solar- oder batteriebetriebenes Radio mit Batterien oder ein Kurbelradio, die Liste für das Notgepäck ein batterie- oder solarbetriebenes Radio bzw. ein Kurbelradio. Solar ist also eine von drei Möglichkeiten, keine Pflicht.
Auf seiner Seite zum Stromausfall schreibt das BBK: Solarbetriebene Batterieladegeräte oder eine Powerbank können bei Stromausfall eine Hilfe sein. Achten Sie außerdem darauf, dass die Akkus Ihrer Laptops, Mobiltelefone und Telefone geladen sind, oder halten Sie geladene Ersatzakkus bereit.
Wie viel Sonne realistisch ist
Ein Solarladegerät lädt nur, wenn die Sonne scheint. Im Dezember schien sie in Deutschland nach dem Deutschen Wetterdienst (DWD) im Mittel der Jahre 1991 bis 2020 nur 42 Stunden im ganzen Monat, im Juni 216 Stunden. Unsere Rechnung: Das sind im Dezember im Schnitt keine anderthalb Stunden Sonne am Tag, im Juni rund sieben.
Selbst ein ungewöhnlich sonniger Winter ändert daran wenig. Der Dezember 2025 brachte nach dem DWD vorläufig 68 Stunden Sonne; nur der Dezember 1972 war mit 76 Stunden sonniger. Auch diese sonnigsten Dezembermonate lagen weit unter einem gewöhnlichen Juni.
Unser Rat: Planen Sie im Winter nicht damit, Ihr Handy allein mit der Sonne zu laden. Halten Sie die Powerbank vorher geladen, wie es die Checkliste des BBK vorsieht. Wie lange Ihr Panel für eine Ladung braucht, hängt von seiner Leistung und vom Wetter ab; die Angaben des Herstellers sind der Ausgangspunkt.
Sicher laden mit dem Panel
Für Akkus gelten nach dem Umweltbundesamt (UBA) klare Regeln: Lagern und laden Sie Akkus nicht im Freien, nicht in feuchten Räumen und nicht an Orten, an denen sehr hohe Temperaturen zu erwarten sind. Schon Umgebungstemperaturen über 40 °C sind nachteilig und können den Akku beschädigen, auch wenn er nur zwischendurch in der prallen Sonne liegt.
Unser Rat: Legen Sie nur das Panel in die Sonne, zum Beispiel auf die Fensterbank oder den Balkon, und führen Sie das Kabel zur Powerbank ins Haus. Verwenden Sie nach dem UBA nur Ladegeräte und Ladekabel, die für den Akku oder das Gerät vorgesehen sind, und bleiben Sie beim Laden in der Nähe.
Die eigene Photovoltaikanlage bei Stromausfall
Mit Photovoltaikanlagen kann der eigene Haushalt nach dem BBK beim Ausfall der öffentlichen Stromversorgung mit Strom versorgt werden. Wer schon eine Anlage hat, hat den Vorteil, dass ein Stromerzeuger vorhanden ist. Um sie auch bei einem Stromausfall nutzen zu können, muss die Anlage aber hierfür ausgelegt sein.
Ist sie das noch nicht, gibt es nach dem BBK im Fachhandel gegebenenfalls Anlagenerweiterungen. Diese baulichen Veränderungen an elektrischen Anlagen dürfen nur durch einen anerkannten Elektrofachbetrieb durchgeführt werden. Führen Sie vorher ein umfassendes Beratungsgespräch mit einem solchen Betrieb. Unser Rat: Fragen Sie das auch bei einem Steckersolargerät am Balkon, bevor Sie sich bei einem Stromausfall darauf verlassen.
Kurbel und Batterie als Alternative
Es gibt nach der BBK-Broschüre Radios, die mit Batterien betrieben werden; dazu sind genügend Ersatzbatterien erforderlich. Außerdem gibt es Radios und Taschenlampen, die manuell mit einem Dynamoantrieb und einer Handkurbel funktionieren. Sie laden auch ohne Sonne.
Die Checkliste des BBK nennt für Licht eine Taschenlampe mit Ersatzbatterien. Mehr dazu in den Guides Notfallradio, Batterien und Akkus und Licht ohne Strom.
Wann sich ein Solarladegerät lohnt
Unser Rat: Haben Sie eine geladene Powerbank, Ersatzbatterien und ein Radio, das ohne Steckdose läuft, ist ein Solarladegerät ein Zusatz, keine Lücke in Ihrer Vorsorge. Stromausfälle werden nach dem BBK in der Regel in wenigen Stunden behoben.
Sinnvoll sein kann ein Solarladegerät, wenn Sie es auch sonst nutzen, etwa beim Camping, oder wenn Sie sich auf einen Ausfall über mehrere Tage im Sommerhalbjahr einstellen möchten. Für eine Powerstation mit Solareingang gilt dasselbe; mehr dazu im Guide Powerstation: wann sie sich lohnt.
Unser Rat: Ein Solarladegerät ersetzt keine geladene Powerbank. Im Dezember scheint die Sonne in Deutschland nach dem DWD im langjährigen Mittel nur 42 Stunden im Monat. Halten Sie Powerbank und Ersatzbatterien bereit, wie es die Checkliste des BBK vorsieht. Wenn Sie das haben, müssen Sie für den Stromausfall kein Solarladegerät kaufen.
Häufige Fragen
Reicht ein Solarladegerät im Winter?
Verlassen Sie sich nicht darauf. Im Dezember schien die Sonne in Deutschland nach dem DWD im Mittel der Jahre 1991 bis 2020 nur 42 Stunden im ganzen Monat, im Juni 216 Stunden. Unser Rat: Laden Sie die Powerbank vorher, und nutzen Sie das Panel als Ergänzung.
Funktioniert meine Solaranlage bei Stromausfall?
Nur wenn sie dafür ausgelegt ist, schreibt das BBK. Ist sie es nicht, gibt es gegebenenfalls Erweiterungen; solche baulichen Veränderungen an elektrischen Anlagen darf nur ein anerkannter Elektrofachbetrieb durchführen. Unser Rat: Fragen Sie das auch für ein Steckersolargerät am Balkon nach.
Darf die Powerbank beim Laden in der Sonne liegen?
Nein. Das Umweltbundesamt rät, Akkus nicht im Freien und nicht an sehr heißen Orten zu laden; schon über 40 °C kann der Akku Schaden nehmen. Unser Rat: Nur das Panel in die Sonne, die Powerbank bleibt drinnen.
Brauche ich ein Solarradio?
Nein, wenn Sie schon ein Radio mit Batterien oder Kurbel haben. Die Checkliste des BBK nennt ein solar- oder batteriebetriebenes Radio mit Batterien oder ein Kurbelradio; eines davon reicht.
Quellen (7)
- BBK: Vorsorgen für Krisen und Katastrophen (Ratgeber, Stand 11/2025)
- BBK: Vorsorge und Handeln bei Stromausfall
- BBK: Stromausfall. Vorsorge und Selbsthilfe (Broschüre, Stand 2026)
- Deutscher Wetterdienst: Deutschlandwetter im Dezember 2025
- Deutscher Wetterdienst: Deutschlandwetter im Juni 2026
- Umweltbundesamt: Sachgemäßer Umgang mit Lithium-Batterien und -Akkus unerlässlich
- Umweltbundesamt: Batterien und Akkus richtig nutzen und fachgerecht entsorgen