Schutz vor Druckwellen: die Regel der zwei Wände
Welche Räume nach dem BBK bei Explosionen schützen, was die Regel der zwei Wände heißt und was Sie danach tun. Ruhig erklärt, nichts zu kaufen.
Von Tom Calder · Aktualisiert am 2. November 2026 · Nach der BBK-Seite „Schutz vor Explosionen“ und dem BBK-Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ (Stand 11/2025)
- Bei Explosionen geht nach dem BBK insbesondere von Druckwellen, umherfliegenden Trümmern und Glassplittern eine große Gefahr aus.
- Gebäude in Deutschland bestehen größtenteils aus einer soliden Bausubstanz. Innenliegende Räume mit möglichst wenigen Außenwänden und Türen sowie ohne Fenster bieten deshalb einen wirksamen Schutz.
- Die Regel der 2 Wände: Achten Sie darauf, dass 2 Wände zwischen Ihnen und dem Außenbereich liegen.
- Fensterlose Kellerräume bieten viel Schutz. Ohne Keller eignen sich innenliegende Räume wie Treppenhäuser, Bäder oder Flure. Meiden Sie das Dachgeschoss.
- Kaufen müssen Sie dafür nichts. Unser Rat: Suchen Sie den passenden Raum bei sich einmal in Ruhe aus.
Woher die Gefahr kommt
Das BBK schreibt: Bei Explosionen geht insbesondere von Druckwellen, umherfliegenden Trümmern und Glassplittern eine große Gefahr aus. Das gilt auch bei Luftangriffen.
Und weiter: Gebäude in Deutschland bestehen größtenteils aus einer soliden Bausubstanz. Innenliegende Räume mit möglichst wenigen Außenwänden und Türen sowie ohne Fenster bieten deshalb einen wirksamen Schutz. So entstehen bei einer Explosion keine Verletzungen durch zum Beispiel Glassplitter. Das ist die gute Nachricht dieser Seite: Der beste Schutz ist meist ein Raum, den Sie schon haben.
Geeignete Räume
Das BBK nennt die Räume in der Liste unten. Wer in einer öffentlich zugänglichen Einrichtung Schutz sucht, für den gilt nach dem BBK: Wichtig ist, viel Abstand zwischen sich und offene Eingänge, Fenster und Türen zu bringen. Aufzüge dürfen dann nicht mehr genutzt werden.
- Fensterlose Kellerräume bieten viel Schutz.
- Wenn Sie keinen Keller haben, sind auch innenliegende Räume wie Treppenhäuser, Bäder oder Flure geeignet.
- Meiden Sie das Dachgeschoss. Ein Dach bietet wenig Schutz vor Druckwellen und umherfliegenden Glassplittern oder Trümmern.
- Sie können auch in öffentlich zugänglichen Einrichtungen wie Schulen, Museen, Tiefgaragen oder U-Bahn-Stationen Schutz suchen.
Die Regel der zwei Wände
Das BBK schreibt: Für einen guten Schutz achten Sie darauf, dass 2 Wände zwischen Ihnen und dem Außenbereich liegen. Wenn die erste Wand, also die Außenwand eines Gebäudes, durch eine Explosion beschädigt wird, kann Sie die zweite Wand vor eindringenden Splittern und Trümmern schützen. Je abgeschirmter der Raum im Gebäudeinneren liegt, desto besser.
Unser Rat: Gehen Sie in Gedanken durch Ihre Wohnung. Ein innenliegender Flur oder ein Bad ohne Außenfenster erfüllt die Regel oft schon. Liegt Ihre Wohnung unter dem Dach, ist das Treppenhaus einige Stockwerke tiefer meist die bessere Wahl.
In ruhigen Zeiten vorbereiten
Das BBK nennt vier einfache Schritte. Wie Sie Warnungen auf mehreren Wegen erhalten, steht im Guide Warnungen erhalten.
- Informieren Sie sich dort, wo Sie sich aufhalten, über Notausgänge und Fluchtwege.
- Frischen Sie regelmäßig Ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse auf.
- Halten Sie Ihr Mobiltelefon stets einsatzfähig, also voll aufgeladen.
- Nutzen Sie die Warn-App NINA. Hierüber können Sie kostenfrei wichtige Informationen sowie Verhaltenshinweise in einem Ereignisfall erhalten.
Wenn etwas passiert ist
Für den Ereignisfall nennt das BBK: Bewahren Sie Ruhe. Eigenschutz hat oberste Priorität. Wenn Sie eine Gefahrensituation erkennen, informieren Sie die Polizei unter 110. Wenn bei einem Schadensereignis noch keine Einsatzkräfte eingetroffen sind, wählen Sie den Notruf 112 und geben an: Wo ist der Notfallort? Was ist passiert? Wer ruft an? Warten Sie auf Rückfragen.
Folgen Sie den Anweisungen der Einsatzkräfte und behindern Sie Einsatzkräfte nicht. Beachten Sie unbedingt die Durchsagen der Behörden. Telefonieren Sie nach dem BBK nur im äußersten Notfall, damit die Leitungen nicht zusammenbrechen.
Wenn ein Gebäude beschädigt ist
Das BBK rät: Verlassen Sie das Gebäude auf dem schnellstmöglichen Weg. Benutzen Sie bei einem mehrstöckigen Gebäude die Treppen, nicht den Aufzug. Es besteht die Gefahr, dass noch weitere Bauteile einstürzen. Halten Sie ausreichend Abstand, als Faustformel ungefähr die Hälfte der ursprünglichen Haushöhe.
Achten Sie auf zusätzliche Gefahren, etwa offene elektrische Leitungen, den Geruch von ausströmendem Gas oder ein verdächtiges Zischen. Benutzen Sie keine Streichhölzer oder Feuerzeuge, es könnten Gasleitungen zerstört sein. Brände können entstehen. Entfernen Sie sich unverzüglich. Berühren Sie keine Gegenstände, die Ihnen verdächtig vorkommen. Verlassen Sie umgehend den Bereich und teilen Sie den Fundort den Einsatzkräften mit.
Und die Bunker?
Das BBK schreibt: Nach Ende des Kalten Krieges wurden der Bau und die Unterhaltung von öffentlichen Schutzräumen im Jahr 2007 aufgegeben. Ob Schutzräume wieder in Betrieb genommen werden können, wird derzeit zwischen Bund und Ländern abgestimmt. Es ist geplant, ein digitales Verzeichnis zu entwickeln, das alle zugänglichen Zufluchtsorte darstellt.
Unabhängig davon empfiehlt das BBK die oben genannten Räume. Mehr zu den Orten für andere Lagen, etwa Hochwasser oder Gase im Freien, steht im Guide Schutz suchen.
Unser Rat: Für diesen Schutz brauchen Sie nichts zu kaufen. Das BBK nennt fensterlose Kellerräume und innenliegende Räume wie Treppenhäuser, Bäder oder Flure, mit 2 Wänden zwischen Ihnen und dem Außenbereich. Solche Räume gibt es in fast jedem Haus. Meiden Sie das Dachgeschoss.
Häufige Fragen
Was bedeutet die Regel der zwei Wände?
Das BBK schreibt: Für einen guten Schutz achten Sie darauf, dass 2 Wände zwischen Ihnen und dem Außenbereich liegen. Wird die Außenwand durch eine Explosion beschädigt, kann Sie die zweite Wand vor eindringenden Splittern und Trümmern schützen.
Ich habe keinen Keller. Wo bin ich geschützt?
Nach dem BBK sind dann innenliegende Räume wie Treppenhäuser, Bäder oder Flure geeignet. Meiden Sie das Dachgeschoss. Ein Dach bietet wenig Schutz vor Druckwellen und umherfliegenden Glassplittern oder Trümmern.
Gibt es eine Liste mit Schutzräumen in meiner Nähe?
Noch nicht. Das BBK schreibt: Es ist geplant, ein digitales Verzeichnis zu entwickeln, das alle zugänglichen Zufluchtsorte darstellt. Die Stelle, die Auskunft geben wird, steht derzeit noch nicht fest.
Darf ich nach einer Explosion den Aufzug nehmen?
Nein. Das BBK rät, ein beschädigtes Gebäude auf dem schnellstmöglichen Weg zu verlassen und bei einem mehrstöckigen Gebäude die Treppen zu benutzen, nicht den Aufzug.