Informiert bleiben, wenn Handy und Internet ausfallen
Was hilft, wenn Mobilfunk und Internet ausfallen: ein Radio ohne Steckdose, Nummern auf Papier, eine Powerbank und das Wissen, wo es vor Ort Auskunft gibt.
Von Tom Calder · Aktualisiert am 2. November 2026 · Nach dem BBK-Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ und den Warnseiten des BBK
- Ein Stromausfall, ein Sturm, ein Cyberangriff oder Sabotage können laut BBK dazu führen, dass Sie mit dem Handy nicht mehr telefonieren, keine Nachrichten senden und nicht ins Internet kommen.
- Dann fallen auch Warn-Apps und Handy-Warnungen aus. Radiosender funktionieren aber weiter. Auto-, Kurbel- und Batterieradios brauchen keinen Strom aus der Steckdose.
- Schreiben Sie wichtige Nummern auf Papier und halten Sie eine aufgeladene Powerbank bereit. Vieles davon haben Sie wahrscheinlich schon.
- Wissen Sie, wo Sie sich vor Ort informieren können, etwa im Rathaus oder an einem Notfalltreffpunkt. Funktioniert weder die 112 (Feuerwehr und Rettungsdienst) noch die 110 (Polizei), gehen Sie im Notfall, wenn möglich, zur nächsten Polizeiwache oder ins Krankenhaus.
Warum Handy und Internet ausfallen können
Fernseher, Computer oder Telefon können aus verschiedenen Gründen ausfallen. Wenn der Strom ausfällt, können Sie Ihre Geräte nicht laden oder nutzen. Ein Cyberangriff, ein Sturm oder Sabotage kann nach dem BBK auch das Mobilfunknetz oder den Zugang zum Internet beeinträchtigen. Dann kann man mit dem Handy nicht mehr telefonieren, keine Nachrichten versenden und nicht ins Internet gehen.
Das BBK nennt Lagen, in denen aktuelle Meldungen besonders wichtig sind: wenn starke Schneefälle oder Hochwasser Teile der Bevölkerung von der Außenwelt abschneiden, oder bei einem großflächigen Stromausfall. Bei einem Stromausfall oder einem Ausfall des Mobilfunknetzes funktionieren nach dem BBK viele Warnkanäle nicht. Für diesen Fall lohnt sich ein wenig Vorbereitung, und das meiste davon kostet nichts.
Das Radio: der Kanal, der bleibt
Die meisten Informationen erhalten Sie nach dem BBK über Warn-Apps und Radio. In besonderen Gefahrenlagen wird zusätzlich über Sirenen und Handys gewarnt. Wenn Mobilfunknetz und Internet nicht mehr funktionieren, fallen auch Warn-Apps und Handy-Warnungen aus. Radiosender funktionieren aber auch dann noch. Deshalb ist ein Radio in Notfällen und Krisen wichtig.
Bei einem Stromausfall funktionieren Autoradios, Kurbelradios und batteriebetriebene Radios, weil sie keinen Strom aus der Steckdose brauchen. Die Checkliste des BBK nennt ein Solar- oder batteriebetriebenes Radio mit Batterien oder ein Kurbelradio. Ein vorhandenes Radio mit Batteriefach oder das Radio im Auto erfüllt diesen Zweck. Prüfen Sie einfach, ob das Radio läuft und ob Ersatzbatterien da sind. Lassen Sie für das Autoradio aber nie den Motor in einer Garage laufen.
Dazu zwei Hinweise des BBK zum Radioempfang. Die digitale Form des Radioempfangs, DAB+, wird ab 2031 (Schleswig-Holstein) bis 2037 die analogen UKW-Sendefrequenzen ersetzen. Und das BBK kündigte für Ende 2025 eine neue Generation Radios mit „Aufwachmodus“ an, die sich automatisch einschalten, sobald eine Warnung veröffentlicht wird.
Nummern auf Papier und eine geladene Powerbank
Eine ausgedruckte oder handschriftliche Liste mit wichtigen Nummern hilft, wenn Sie nicht auf Ihre digital gespeicherten Kontakte zugreifen können. Auf der Checkliste des BBK steht sie als „Liste wichtiger Telefonnummern auf Papier“. Ein Zettel im Portemonnaie oder in der Küchenschublade genügt. Was darauf gehört, entscheiden Sie selbst, zum Beispiel Familie, Nachbarschaft und Hausarztpraxis.
Eine Powerbank ist ein wieder aufladbarer Akku, an den verschiedene Geräte angeschlossen werden können. Mit ihr laden Sie zum Beispiel Ihr Handy oder einen Laptop bei Stromausfall. Das BBK nennt eine aufgeladene Powerbank in seiner Checkliste. Wenn Sie schon eine haben, brauchen Sie keine neue. Achten Sie nur darauf, dass sie geladen ist.
Ein Tipp des BBK: Viele Online-Karten können heruntergeladen und offline genutzt werden. Sie helfen bei der Orientierung, falls Sie keinen Internetzugang haben.
Warnungen einrichten, solange alles funktioniert
Das BBK rät, eine Warn-App herunterzuladen, zum Beispiel die Warn-App NINA. Abonnieren Sie darin die Gebiete und Orte, für die Sie gewarnt werden möchten, am besten Wohnort und Arbeits- oder Ausbildungsort. Sonst erhalten Sie keine Warnung der App auf Ihr Smartphone. Auf Wunsch warnt NINA auch für Ihren aktuellen Standort. Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Hochwasserinformationen der Länder sind in die App eingebunden.
Zusätzlich gibt es Cell Broadcast: Warnungen, die direkt auf Handys und Smartphones in einer Funkzelle geschickt werden. Eine App ist dafür nicht nötig. Voraussetzung sind ein störungsfreies Mobilfunknetz, ein eingeschaltetes Gerät und Android ab Version 11 oder iOS ab Version 16.1. Eine solche Meldung hat höchstens 500 Zeichen. Das BBK rät deshalb, sich zusätzlich über andere Kanäle wie die Warn-App NINA oder einen lokalen Radiosender zu informieren.
Wenn Sie von einer Krise betroffen sind, bleiben Sie erreichbar und halten Sie Ihr Handy auch nachts empfangsbereit. Nehmen Sie amtliche Warnungen ernst: Sie enthalten nach dem BBK wichtige Informationen, um sich selbst und andere zu schützen.
Wo Sie sich vor Ort informieren können
Es ist hilfreich zu wissen, wo Sie sich im Notfall vor Ort informieren können, zum Beispiel in Rathäusern oder an Notfalltreffpunkten. Das BBK rät außerdem, bei der Gemeinde- oder Stadtverwaltung zu fragen, auf welchen Wegen sie bei einem längeren Stromausfall informiert und wo Sie einen Notruf absetzen können, wenn das Telefonnetz ausfällt.
Wenn weder die 112 (Feuerwehr und Rettungsdienst) noch die 110 (Polizei) funktioniert, gehen Sie bei einem Notfall nach dem BBK, wenn möglich, zur nächsten Polizeiwache oder ins Krankenhaus. Es lohnt sich, schon heute zu wissen, wo beide in Ihrer Nähe sind.
Andere mitnehmen
Unterstützen Sie andere, indem Sie die Informationen der Behörden weitergeben. Das BBK rät, amtliche Warnungen an Nachbarschaft, Freundeskreis und Familie weiterzugeben, denn vielleicht haben nicht alle die Information erhalten. Denken Sie dabei auch an Menschen in Ihrer Nähe, die kein Smartphone haben.
Geben Sie dabei nur weiter, was von einer amtlichen Stelle kommt. Wie Sie verlässliche Informationen von Gerüchten unterscheiden, erklärt der Ratgeber Vertrauenswürdige Informationen erkennen. Wie Sie sich auf einen Stromausfall vorbereiten, steht im Ratgeber Stromausfall.
Ein Radio, das ohne Steckdose läuft, eine aufgeladene Powerbank und eine Liste mit Nummern auf Papier: Das nennt das BBK für den Fall, dass Handy und Internet ausfallen. Ein Autoradio zählt dazu, ebenso ein vorhandenes Batterieradio mit frischen Batterien. Kaufen müssen Sie nur, was davon fehlt.
Häufige Fragen
Funktioniert das Radio auch, wenn Internet und Handynetz weg sind?
Ja. Radiosender funktionieren nach dem BBK auch dann noch, wenn Mobilfunknetz und Internet ausgefallen sind. Bei einem Stromausfall brauchen Sie ein Gerät ohne Steckdose: ein Autoradio, ein Kurbelradio oder ein batteriebetriebenes Radio.
Brauche ich ein DAB+-Radio?
Die Checkliste des BBK nennt ein Solar- oder batteriebetriebenes Radio mit Batterien oder ein Kurbelradio und schreibt keinen Empfangsweg vor. Wer neu kauft, sollte wissen: DAB+ wird ab 2031 (Schleswig-Holstein) bis 2037 die analogen UKW-Sendefrequenzen ersetzen.
Bekomme ich Cell-Broadcast-Warnungen ohne App?
Ja. Für Cell Broadcast ist keine App nötig, das Betriebssystem verarbeitet die Meldung. Voraussetzung sind ein störungsfreies Mobilfunknetz, ein eingeschaltetes Gerät und Android ab Version 11 oder iOS ab Version 16.1. Fällt das Netz aus, kommt auch keine Cell-Broadcast-Warnung an.
Was tue ich, wenn der Notruf nicht durchgeht?
Wenn weder die 112 (Feuerwehr und Rettungsdienst) noch die 110 (Polizei) funktioniert, gehen Sie bei einem Notfall nach dem BBK, wenn möglich, zur nächsten Polizeiwache oder ins Krankenhaus. Fragen Sie schon jetzt bei Ihrer Gemeinde- oder Stadtverwaltung, wo Sie bei Ausfall des Telefonnetzes einen Notruf absetzen können.