Erste Hilfe

Erste Hilfe: einen Druckverband anlegen

So legen Sie einen Druckverband an: die vier Schritte aus dem BBK-Ratgeber, was das DRK bei starken Blutungen rät und was dafür im Verbandkasten liegt.

Von Tom Calder · Aktualisiert am 2. November 2026 · Nach dem BBK-Ratgeber und den Erste-Hilfe-Seiten des Deutschen Roten Kreuzes

Das Wichtigste
  • Ist eine Wunde sehr tief und blutet stark, ist laut BBK ein Druckverband nötig, um den Blutverlust zu stoppen.
  • Bei starken Blutungen wählen Sie nach dem DRK immer den Notruf 112 (Feuerwehr und Rettungsdienst).
  • Die vier Schritte: Kompresse auf die Wunde, zwei- bis dreimal mit einer Mullbinde umwickeln, ein Druckpolster auflegen, das Polster mehrmals umwickeln und mit Pflasterstreifen befestigen.
  • Die Blutstillung erfolgt nach dem DRK immer an der liegenden Person. Danach zudecken, betreuen und beruhigen.
  • Das Material finden Sie in einem Verbandkasten oder Erste-Hilfe-Kit. Am sichersten werden Sie mit einem Erste-Hilfe-Kurs.

Wann ein Druckverband nötig ist

Ist eine Wunde sehr tief und blutet stark, ist nach dem BBK ein Druckverband nötig, um den Blutverlust zu stoppen. Das BBK hält es für sinnvoll, das zu können, für den Fall, dass die medizinische Versorgung vorübergehend eingeschränkt ist. In einer Krise oder Katastrophe kann es sein, dass Rettungsdienst, Krankenhäuser und Apotheken vorübergehend nicht verfügbar sind.

Das DRK erklärt, warum es auf Tempo ankommt: Bei Erwachsenen bedeutet ein Verlust von etwa einem Liter Blut bereits Lebensgefahr. Bei Kindern und Kleinkindern besteht diese Gefahr wegen der insgesamt geringeren Blutmenge schon erheblich früher. Die Blutstillung ist daher möglichst schnell durchzuführen.

Zuerst: Notruf und hinlegen

In lebensbedrohlichen Situationen, zum Beispiel bei starken Blutungen, wählen Sie nach dem DRK immer den Notruf 112 (Feuerwehr und Rettungsdienst). Sind mehrere Helfende vor Ort, kann eine Person den Notruf übernehmen, während eine andere die Blutung versorgt.

Die Blutstillung wird nach dem DRK immer an der liegenden Person durchgeführt. Wenn möglich, halten Sie die verletzte Gliedmaße hoch oder lassen Sie sie hochhalten. Bei einer starken Blutung hat die Blutstillung Vorrang. Eine mögliche Infektion der betroffenen Person muss dann in Kauf genommen werden.

Die vier Schritte des BBK

Das BBK beschreibt den Druckverband in vier Schritten:

  • 1. Schritt: Kompresse auf die Wunde legen.
  • 2. Schritt: Kompresse mit einer Mullbinde zwei- bis dreimal umwickeln.
  • 3. Schritt: Ein Druckpolster auf die Stelle legen, an der die Wunde ist, zum Beispiel ein Päckchen mit Mullbinden aus dem Verbandkasten.
  • 4. Schritt: Mit der Mullbinde das Druckpolster mehrmals umwickeln, danach die Mullbinde mit Pflasterstreifen befestigen.

Warum Druck hilft

Fast jede Blutung aus einer Wunde lässt sich nach dem DRK durch genügend starken Druck von außen auf die Blutungsquelle zum Stillstand bringen. Genau dafür ist das Druckpolster da: Es liegt über der Wunde und wird mit der Mullbinde mehrmals umwickelt.

Bei starken Blutungen am Bein rät das DRK, Material auf die Blutungsstelle zu pressen oder in die Wunde hineinzudrücken und gegebenenfalls einen Druckverband anzulegen. Verwenden Sie dafür möglichst keimarmes Material, zum Beispiel Mullkompressen oder ein geöffnetes Verbandpäckchen. Notfalls können auch saubere Tücher verwendet werden.

Wenn sich die Wunde nicht verbinden lässt

Nicht jede Wunde lässt sich gut verbinden. Bei starken Blutungen an Kopf und Rumpf rät das DRK, möglichst keimfreies, weiches Material auf die Blutungsstelle zu pressen. Wenn es die Lage der Wunde zulässt, legen Sie einen Druckverband an. Sonst drücken Sie weiter auf die Wunde, bis der Rettungsdienst die betroffene Person übernimmt.

Nach der Blutstillung: zudecken und beruhigen

Jede starke Blutung kann zum Schock führen. Deshalb müssen nach dem DRK im Anschluss an die Blutstillung stets die Maßnahmen der Schockbekämpfung folgen. Decken Sie die Person zu, betreuen, beruhigen und trösten Sie sie. Bei Frieren, Zittern oder blasser Haut lagern Sie die Beine erhöht.

Bleiben Sie bei der Person und sprechen Sie mit ihr. Das DRK nennt das als ersten Merksatz der psychischen Ersten Hilfe: Sagen Sie, dass Sie da sind und dass etwas geschieht. Schon der Satz „Ich bleibe bei Ihnen, bis der Krankenwagen kommt“ wirkt entlastend und beruhigend.

Was Sie dafür zu Hause brauchen

Für einen Druckverband brauchen Sie keine Spezialausrüstung. Verbandkästen oder Erste-Hilfe-Kits enthalten nach dem BBK Materialien für die Versorgung von Verletzungen. Das ist eine gute Unterstützung, wenn Sie die Dinge nicht einzeln kaufen möchten. Auf der Checkliste des BBK für die Hausapotheke stehen unter anderem Pflaster und Verbandsmaterial sowie Einmalhandschuhe.

Einmalhandschuhe schützen bei der Versorgung blutender Wunden vor einer möglichen Infektion. Das DRK rät, sie dabei grundsätzlich zu tragen. In den Verbandkästen nach DIN 13164 und DIN 13157 sind sie für diesen Zweck enthalten. Machen Sie sich nach dem DRK auch mit dem Inhalt der Verbandkästen vertraut.

Üben hilft: der Erste-Hilfe-Kurs

In einem Erste-Hilfe-Kurs kann man lebensrettende Maßnahmen lernen und üben, so das BBK. Das gibt Ihnen Sicherheit, wenn jemand Hilfe braucht. Dort lernen Sie zum Beispiel auch, wie Sie stark blutende Wunden verbinden. Ist Ihr letzter Kurs schon einige Zeit her, rät das BBK, die Kenntnisse aufzufrischen. Ein Text kann das Üben mit Anleitung nicht ersetzen.

Bei starker Blutung: Notruf 112

In lebensbedrohlichen Situationen, zum Beispiel bei starken Blutungen, wählen Sie nach dem DRK immer den Notruf 112 (Feuerwehr und Rettungsdienst). Drücken Sie auf die Wunde oder legen Sie einen Druckverband an, bis der Rettungsdienst übernimmt. Das Material dafür steckt in einem gewöhnlichen Verbandkasten; ein Spezialset brauchen Sie nicht.

Häufige Fragen

Wann brauche ich einen Druckverband?

Wenn eine Wunde sehr tief ist und stark blutet. Dann ist nach dem BBK ein Druckverband nötig, um den Blutverlust zu stoppen. Bei starken Blutungen wählen Sie außerdem nach dem DRK immer den Notruf 112 (Feuerwehr und Rettungsdienst).

Was nehme ich als Druckpolster?

Das BBK nennt als Beispiel ein Päckchen mit Mullbinden aus dem Verbandkasten. Es kommt auf die Stelle, an der die Wunde ist, und wird mit der Mullbinde mehrmals umwickelt. Danach befestigen Sie die Binde mit Pflasterstreifen.

Muss ich Handschuhe tragen?

Das DRK rät, bei der Versorgung blutender Wunden grundsätzlich Einmalhandschuhe zu tragen, zum Schutz vor einer möglichen Infektion. Sie liegen in Verbandkästen nach DIN 13164 und DIN 13157. Bei einer starken Blutung hat die Blutstillung nach dem DRK Vorrang.

Was, wenn sich die Wunde nicht verbinden lässt?

Dann drücken Sie weiter auf die Wunde, bis der Rettungsdienst die Person übernimmt. So beschreibt es das DRK für starke Blutungen an Kopf und Rumpf. Verwenden Sie möglichst keimfreies, weiches Material, notfalls ein sauberes Tuch.

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