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Notfallvorsorge für Menschen mit Beeinträchtigungen

Was Menschen mit Beeinträchtigungen nach dem BBK für einen Notfall bereithalten, wie Sie mit Einsatzkräften sprechen und wie der Notruf ohne Sprechen geht.

Von Tom Calder · Aktualisiert am 2. November 2026 · Nach dem BBK-Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“, den BBK-Seiten „Vorsorge für Menschen mit Beeinträchtigungen“ und „Erste Hilfe und Notruf“, der BBK-Broschüre zum Stromausfall, gesund.bund.de und dem Katastrophenschutz des Bezirksamts Neukölln (Berlin)

Das Wichtigste
  • Vorbereitung muss nach dem BBK nicht aufwendig sein, sie ist aber oft sehr individuell. Überlegen Sie, was Sie brauchen, wenn der Strom ausfällt oder Sie schnell das Haus verlassen müssen.
  • Das BBK nennt unter anderem Hilfsmittel, Ersatz-Batterien und Ladegeräte, Mobilitätshilfen, einen Medikamentenplan mit Vorrat, eine Liste mit Notfallkontakten und einen Notfallausweis.
  • Mit einem Notfallausweis können Sie Einsatzkräften zeigen, wie Sie kommunizieren. Auch Stift und Papier helfen.
  • Menschen mit eingeschränkten Sprach- und Hörfähigkeiten können den Notruf über die App nora oder per Fax an die 110 oder 112 absetzen.
  • Sprechen Sie mit Nachbarschaft, Familie und Freundeskreis darüber, wie man Sie in einer Notsituation unterstützen kann.

Was Sie zuerst überlegen

Bei einem Notfall oder einer Katastrophe ist es nach dem BBK wichtig, gut vorbereitet zu sein, besonders wenn Sie im Alltag Hilfsmittel oder Unterstützung benötigen. Vorbereitung muss nicht aufwendig sein. Sie ist aber oft sehr individuell.

Überlegen Sie deshalb, was Sie brauchen, wenn zum Beispiel der Strom ausfällt oder wenn Sie schnell das Haus verlassen müssen. Das ergänzt die allgemeinen Empfehlungen des BBK für alle Haushalte, also den Vorrat, die Hausapotheke und das Notgepäck. Die ganze Liste steht in unserem Guide Die Checkliste des BBK.

Das kann in einer Notsituation wichtig sein

Das BBK nennt für Menschen mit Beeinträchtigungen diese Dinge. Vieles davon nutzen Sie wahrscheinlich schon jeden Tag. Es kommt vor allem darauf an, dass es griffbereit ist:

  • Hilfsmittel wie Brille oder Hörgerät
  • Ersatz-Batterien, Ersatz-Akkus und Ladegeräte für technische Hilfsmittel
  • Mobilitätshilfen, wenn Sie schnell das Haus verlassen müssen
  • Medikamentenplan und ein Vorrat an notwendigen Medikamenten (Haltbarkeit und Lagerung beachten)
  • Ausreichend Tiernahrung und Wasser, falls Sie ein Assistenztier haben
  • Liste mit Notfallkontakten
  • Notfallausweis

Strom für Hilfsmittel und medizinische Geräte

Im Bereich der häuslichen Pflege fallen bei einem Stromausfall nach dem BBK Hilfsgeräte aus, die möglicherweise lebensnotwendig sind, zum Beispiel Beatmungsgeräte. Auch Dienste wie Hausnotruf und Essen auf Rädern können gestört werden und ausfallen.

Für medizinische Geräte wie CPAP-Geräte gibt es nach dem Bezirksamt Neukölln in der Regel zusätzliche Akkus oder mobile Stromversorgungen. Wenden Sie sich an Ihre Krankenkasse, um zu klären, ob Sie vorsorglich einen Ersatz- oder Zusatzakku bekommen. Das Bezirksamt nennt das die wichtigste Vorsorgemaßnahme. Wenn Sie einen Pflegedienst nutzen, informieren Sie sich nach dem BBK, ob und wie er bei einem längeren Stromausfall weiterarbeitet. Wohnen Sie oder Ihre Angehörigen in einem Pflegeheim, fragen Sie nach Notstromplanungen.

Besteht eine akute gesundheitliche Gefährdung und lässt sich Ihr medizinisches Gerät nicht mehr betreiben, wählen Sie nach dem Bezirksamt Neukölln den Notruf 112. Ist das nicht möglich, suchen Sie sofort persönliche Hilfe in Ihrem direkten Umfeld, damit jemand den Rettungsdienst alarmiert. In Berlin geben die Katastrophenschutz-Leuchttürme nach dem Bezirksamt Neukölln Informationen und leiten Notrufe weiter, bieten aber keine medizinische Versorgung und keinen Strom für medizinische Geräte.

Mit Einsatzkräften kommunizieren

Überlegen Sie, wie Sie und die Einsatzkräfte im Notfall miteinander kommunizieren können. Mit einem Notfallausweis können Sie nach dem BBK zeigen, welche Art der Kommunikation Sie benutzen. Darin können auch wichtige Informationen zu Krankheiten, Allergien, Hilfsmitteln und Notfallkontakten stehen.

Notfallausweise gibt es zum Beispiel bei Hausarztpraxen, Krankenkassen, Rettungsdiensten oder Sozialverbänden. Fragen Sie dort nach. Viele Smartphones bieten auch einen digitalen Notfallausweis an, der sich bei gesperrtem Bildschirm öffnen lässt. Stift und Papier können helfen, sich schriftlich mit Einsatzkräften zu verständigen.

Notruf ohne Sprechen: nora und Fax

Menschen mit eingeschränkten Sprach- und Hörfähigkeiten können nach dem BBK zum Beispiel ein Notruf-Fax an die 110 oder 112 senden. Über die Notruf-App nora nehmen sie direkt Kontakt zu den Leitstellen von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst auf.

Nora ist nach gesund.bund.de die offizielle Notruf-App der Bundesländer und kostenlos in den App Stores erhältlich. Sie schreiben mit der örtlich zuständigen Notrufzentrale, ähnlich wie in einem Messenger, und der Standort wird automatisch übermittelt. Unser Rat: Richten Sie die App ein, bevor Sie sie brauchen.

Den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichen Sie nach gesund.bund.de auch per Fax unter 0800 58 95 210. Dafür gibt es ein Faxformular für Menschen mit Hör- und Sprachbehinderung. Im Notfall erreichen Sie die 112 (Feuerwehr und Rettungsdienst) oder 110 (Polizei).

Fluchtwege, Rauchmelder und Ihr Umfeld

Informieren Sie sich nach dem BBK über Fluchtwege. Wenn Sie diese nicht nutzen können, überlegen Sie, wer Sie wie unterstützen kann. Sprechen Sie mit Ihrem Umfeld, also Nachbarschaft, Familie und Freundeskreis, darüber, wie man Sie in einer Notsituation unterstützen kann.

Menschen mit Höreinschränkungen können sich Rauchmelder mit Vibrations- und Lichtalarm installieren. Erste-Hilfe-Kurse gibt es nach dem BBK bei einigen Organisationen auch in Leichter Sprache oder Deutscher Gebärdensprache. Ebenso können Sie nach Kursen für blinde und sehbeeinträchtigte Personen fragen.

Sie brauchen keine Spezialausrüstung

Unser Rat: Fangen Sie mit dem an, was Sie schon nutzen. Hilfsmittel, Ladegeräte, Ihren Medikamentenplan und die Nummern Ihrer Kontakte haben Sie meist im Haus, es geht darum, sie griffbereit zu halten. Ein Notfallausweis ist zum Beispiel bei Hausarztpraxen oder Krankenkassen zu haben, und die Notruf-App nora ist kostenlos. Ob Sie einen Ersatzakku für ein medizinisches Gerät bekommen, klären Sie nach dem Bezirksamt Neukölln mit Ihrer Krankenkasse.

Häufige Fragen

Wie setze ich einen Notruf ab, wenn ich nicht sprechen oder hören kann?

Über die Notruf-App nora schreiben Sie direkt mit der Leitstelle von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst, der Standort wird automatisch übermittelt. Nach dem BBK können Menschen mit eingeschränkten Sprach- und Hörfähigkeiten auch ein Notruf-Fax an die 110 oder 112 senden.

Wo bekomme ich einen Notfallausweis?

Notfallausweise gibt es nach dem BBK von verschiedenen Anbietern, zum Beispiel bei Hausarztpraxen, Krankenkassen, Rettungsdiensten oder Sozialverbänden. Viele Smartphones bieten auch einen digitalen Notfallausweis an, der sich bei gesperrtem Bildschirm öffnen lässt.

Was tue ich, wenn mein Beatmungs- oder CPAP-Gerät bei Stromausfall ausfällt?

Besteht eine akute gesundheitliche Gefährdung und lässt sich das Gerät nicht mehr betreiben, wählen Sie nach dem Bezirksamt Neukölln den Notruf 112. Geht das nicht, suchen Sie sofort Hilfe in Ihrem direkten Umfeld, damit jemand den Rettungsdienst alarmiert. Vorher klären Sie am besten mit Ihrer Krankenkasse, ob Sie einen Ersatz- oder Zusatzakku bekommen.

Ich höre schlecht. Wie merke ich nachts einen Brand?

Menschen mit Höreinschränkungen können sich nach dem BBK Rauchmelder mit Vibrations- und Lichtalarm installieren. Mehr zu Rauchmeldern steht in unserem Guide Brandschutz zu Hause.

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