Mit Kindern über Krisen sprechen
Wie Sie mit Kindern über Krisen, Kriege oder Katastrophen sprechen, woran Sie Belastung erkennen und wo Eltern kostenlos Rat finden. Nach dem BBK.
Von Tom Calder · Aktualisiert am 2. November 2026 · Nach dem BBK-Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“, den BBK-Seiten „Mit Ängsten und Sorgen umgehen“, „Erste Hilfe und Notruf“ und „Notgepäck“ sowie gesund.bund.de
- Kinder bekommen über Medien, Schule oder Gespräche von Erwachsenen Nachrichten mit, die sie verunsichern können. Nach dem BBK ist es wichtig, ihre Sorgen ernst zu nehmen und sie mit ihren Ängsten nicht alleine zu lassen.
- Jedes Kind reagiert anders, etwa mit Alpträumen oder Gereiztheit, manche zunächst gar nicht auffällig. Zeigen Sie Verständnis.
- Hören Sie gut zu und antworten Sie offen, ehrlich und einfach. Drängen Sie Ihrem Kind aber keine Gespräche auf.
- Vermitteln Sie positive Botschaften wie „Wir sind für dich da“, damit Ihr Kind spürt, dass es sicher ist.
- Die meisten Reaktionen sind normal. Wenn Sie sich große Sorgen machen, helfen Kinderarztpraxis, Beratungsstellen oder die Nummer gegen Kummer.
Warum das Gespräch wichtig ist
Über Medien, Schule oder Gespräche von Erwachsenen können Kinder Nachrichten mitbekommen, die sie verunsichern und verängstigen, zum Beispiel über Notlagen, Kriege oder Katastrophen. Es ist nach dem BBK wichtig, die Sorgen der Kinder ernst zu nehmen und sie mit ihren Ängsten nicht alleine zu lassen.
Vorbereitet zu sein und zu wissen, was man für sich und andere tun kann, hilft nach dem BBK, Ängste und Sorgen zu reduzieren. Unser Rat: Für dieses Gespräch müssen Sie nichts kaufen. Was Kinder vor allem brauchen, sind Zeit und jemand, der zuhört.
Jedes Kind ist anders
Kinder zeigen Belastungen auf unterschiedliche Weise und anders als Erwachsene. Manche Kinder haben nach dem BBK Konzentrationsschwierigkeiten oder Alpträume. Manche zeigen zunächst, vielleicht entgegen den Erwartungen, keine auffälligen Reaktionen. Andere wirken ängstlich oder gereizt. Wie auch immer Ihr Kind reagiert: Zeigen Sie Verständnis.
Bieten Sie Ihrem Kind an, etwas gemeinsam zu machen. Manche Kinder können ihre Gedanken, Gefühle und Wünsche gut über Malen oder Schreiben ausdrücken. Kleinere Kinder gestalten ihre Empfindungen im Spiel.
Zuhören und ehrlich antworten
Oft stellen Kinder von ganz alleine Fragen, wenn sie etwas beschäftigt. Hören Sie gut zu, wenn Ihr Kind Fragen hat und über aktuelle Ereignisse sprechen möchte. Das BBK rät:
- Beantworten Sie Fragen offen und ehrlich, so sachlich, einfach und klar wie möglich.
- Sie können auch gemeinsam altersgerechte Nachrichtenformate sehen.
- Drängen Sie Ihrem Kind keine Gespräche über Krisen auf, wenn es nicht darüber sprechen möchte.
Eigene Sorgen erklären und Halt geben
Wenn Sie selbst ein Ereignis belastet, sollte Ihr Kind Ihr Verhalten nach dem BBK verstehen können. Erklären Sie, warum Sie besorgt oder traurig sind. Das zeigt, dass es ganz normal und verständlich ist, dass Krisen unsicher machen.
Vermitteln Sie positive Botschaften, zum Beispiel „Wir passen auf dich auf“, „Wir sind für dich da“ oder „Wir sind gut vorbereitet“. Kinder sollten spüren, dass sie sicher sind und von ihren Eltern und ihrem Umfeld aufgefangen werden. Wie Sie selbst mit Sorgen umgehen, steht in unserem Guide Mit Ängsten und Sorgen in einer Krise umgehen.
Gemeinsam vorbereiten
Unser Rat: Wenn Ihr Kind alt genug ist, kann es bei der Vorsorge mithelfen, etwa beim Packen des Notgepäcks. Für Kinder nennt das BBK im Notgepäck einen Brustbeutel oder eine SOS-Kapsel mit Namen, Geburtsdatum und Anschrift. Mehr dazu steht in unserem Guide Notgepäck packen.
Unser Rat: Üben Sie den Notruf im Gespräch oder im Spiel, ohne die 112 wirklich zu wählen. Beim Anruf unter 112 melden Sie nach dem BBK: Wo ist der Notfallort? Was ist passiert? Wer ruft an? Dann warten Sie auf Rückfragen. Für Kinder bietet das BBK eigenes Material an, etwa den „Max und Flocke Rap: 112“. Im Notfall erreichen Sie die 112 (Feuerwehr und Rettungsdienst) oder 110 (Polizei).
Wann und wo Sie Rat finden
Die meisten Reaktionen auf Krisen sind nach dem BBK normal. Wenn Sie sich jedoch große Sorgen um Ihr Kind machen, scheuen Sie sich nicht, Rat zu suchen. Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt, Beratungsstellen oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten können unterstützen.
Kostenfreie Beratung für Eltern, Jugendliche und Kinder bietet zum Beispiel die Nummer gegen Kummer. Kinder und Jugendliche erreichen sie nach gesund.bund.de unter 116 111, Eltern beim Elterntelefon unter 0800 111 0 550. Am Kinder- und Jugendtelefon beraten die Mitarbeitenden anonym und kostenlos. Für Ihre eigenen Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar, unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123.
Für dieses Thema brauchen Sie nichts anzuschaffen. Nach dem BBK ist es wichtig, die Sorgen der Kinder ernst zu nehmen und sie mit ihren Ängsten nicht alleine zu lassen. Hören Sie zu, antworten Sie ehrlich und zeigen Sie, dass Sie für Ihr Kind da sind. Wenn Sie sich große Sorgen machen, scheuen Sie sich nicht, Rat zu suchen, zum Beispiel beim Elterntelefon der Nummer gegen Kummer unter 0800 111 0 550.
Häufige Fragen
Soll ich mein Kind von Nachrichten fernhalten?
Das BBK rät, Fragen offen und ehrlich zu beantworten, so sachlich, einfach und klar wie möglich. Sie können auch gemeinsam altersgerechte Nachrichtenformate sehen. Drängen Sie Ihrem Kind aber keine Gespräche über Krisen auf, wenn es nicht darüber sprechen möchte.
Mein Kind zeigt gar keine Reaktion. Ist das normal?
Manche Kinder zeigen nach dem BBK zunächst keine auffälligen Reaktionen, andere haben Alpträume oder wirken gereizt. Die meisten Reaktionen auf Krisen sind normal. Zeigen Sie Verständnis, wie auch immer Ihr Kind reagiert, und bieten Sie an, etwas gemeinsam zu machen.
Wo bekomme ich als Mutter oder Vater Rat?
Wenn Sie sich große Sorgen um Ihr Kind machen, können nach dem BBK Ihre Kinderarztpraxis, Beratungsstellen oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten unterstützen. Das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer erreichen Sie nach gesund.bund.de unter 0800 111 0 550.
Wen kann mein Kind selbst anrufen?
Das Kinder- und Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“ ist nach gesund.bund.de unter 116 111 erreichbar. Es ist eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche mit Sorgen und Problemen, und die Beratung ist anonym und kostenlos.