Schutz suchen: welcher Ort in welcher Lage
Wo Sie nach dem BBK Schutz finden: bei Gasen im Freien, Hochwasser, radioaktiven Stoffen und Explosionen, und was mit öffentlichen Schutzräumen ist.
Von Tom Calder · Aktualisiert am 2. November 2026 · Nach dem BBK-Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ (Stand 11/2025) und den BBK-Seiten „Schutz suchen“ und „Schutzbauwerke“
- Welcher Ort sicher ist, hängt nach dem BBK von der Lage ab. Grundsätzlich gilt: Achten Sie auf Warnhinweise und folgen Sie den Empfehlungen sowie möglichen Anweisungen.
- Treten im Freien Gase oder Dämpfe aus: ins Gebäude, Fenster und Türen schließen, möglichst nach oben, Lüftung aus.
- Bei Hochwasser und Starkregen schützen höher gelegene Stockwerke. Betreten Sie auf keinen Fall den Keller.
- Bei radioaktiven Stoffen und Explosionen gilt dagegen: so tief wie möglich, weg von Fenstern und Glasflächen.
- Kaufen müssen Sie dafür nichts. Unser Rat: Lernen Sie die Räume in Ihrem Haus kennen.
Der Grundsatz: Warnungen beachten
Das BBK schreibt: Ob Naturereignisse, Atom- und Chemieunfälle oder im schlimmsten Fall ein kriegerischer Angriff, je nach Situation kann es sehr unterschiedlich sein, ob ein Ort sicher oder eher gefährlich ist. Grundsätzlich gilt: Achten Sie auf Warnhinweise und folgen Sie den Empfehlungen sowie möglichen Anweisungen.
Hören Sie eine Sirene mit einer Minute Heulton, der an- und abschwillt, bedeutet das nach dem BBK: Es besteht Gefahr, informieren Sie sich. Die amtliche Warnung sagt Ihnen dann, was in Ihrer Lage zu tun ist. Wie Sie Warnungen erhalten, steht im Guide Warnungen erhalten.
Gase oder Dämpfe im Freien: ins Gebäude und nach oben
Das BBK rät: Wenn im Freien Gase oder Dämpfe austreten, gehen Sie in ein Gebäude und schließen Sie Fenster und Türen. Gehen Sie möglichst in obere Stockwerke. Die meisten Gase sind schwerer als Luft und sammeln sich am Boden. Dichten Sie Fenster und Türen ab und schalten Sie Lüftungen aus.
Ist kein Gebäude in Reichweite, können Sie nach dem BBK in Ihrem Auto Schutz finden. Stellen Sie Belüftung und Klimaanlage ab. Unser Rat: Überlegen Sie in ruhigen Zeiten, wo in Ihrer Wohnung die Lüftung ausgeschaltet wird und welche Fenster und Türen undicht sind.
Gefahrstoffe im Gebäude: ins Freie
Umgekehrt gilt nach dem BBK: Wenn im Gebäude Gase, Dämpfe oder gefährliche Flüssigkeiten ausgetreten sind, verlassen Sie das Gebäude.
Unser Rat: Nehmen Sie, wenn es ohne Verzögerung geht, Ihr Notgepäck mit und warnen Sie die anderen im Haus. Ist jemand verletzt oder geht es jemandem schlecht, rufen Sie 112 (Feuerwehr und Rettungsdienst) oder 110 (Polizei). Was ins Notgepäck gehört, steht im Guide Notgepäck packen.
Hochwasser und Starkregen: nach oben, nie in den Keller
Bei Hochwasser, Starkregen, Sturz- oder Sturmfluten bieten nach dem BBK höher gelegene Bereiche oder Stockwerke den besten Schutz. Betreten Sie auf keinen Fall den Keller. Wenn der Keller geflutet wird, können Sie die Tür nicht mehr von innen öffnen. Zudem besteht Gefahr, dass Sie einen tödlichen Stromschlag erleiden.
Meiden Sie nach dem BBK auch Tiefgaragen, U-Bahn-Stationen und Unterführungen. Mehr im Guide Hochwasser und Starkregen.
Radioaktive Stoffe und Explosionen: so tief wie möglich
Hier gilt das Gegenteil. Der Ratgeber schreibt: Wenn radioaktive Stoffe austreten oder bei Explosionen gilt: so tief wie möglich, weg von Fenstern und Glasflächen. In innenliegenden Räumen oder am besten in Kellern, Tiefgaragen, U-Bahn-Stationen Schutz suchen. Dicke Mauern und Erde erhöhen den Schutz vor Strahlung, Druckwellen und herumfliegenden Trümmern.
Wenn kein unterirdischer Raum in der Nähe ist, sollten nach dem BBK innenliegende Räume ohne Fenster aufgesucht werden. Für einen guten Schutz achten Sie darauf, dass 2 Wände zwischen Ihnen und dem Außenbereich liegen.
Öffentliche Schutzräume
Viele fragen nach Bunkern. Das BBK schreibt: Aktuell sind in Deutschland noch 579 öffentliche Schutzräume mit rund 478.000 Schutzplätzen Zivilschutzzwecken gewidmet. Diese noch dem Zivilschutz gewidmeten Anlagen sind jedoch weder funktions- noch einsatzbereit. Zuständig für die öffentlichen Schutzräume ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Fragen dazu beantwortet deren Bürger-Hotline.
Für Explosionen nennt der Ratgeber auch öffentlich zugängliche Einrichtungen: Sie können auch in öffentlich zugänglichen Einrichtungen wie Schulen, Museen, Tiefgaragen oder U-Bahn-Stationen Schutz suchen. Wichtig ist, viel Abstand zwischen sich und offene Eingänge, Fenster und Türen zu bringen. Aufzüge dürfen dann nicht mehr genutzt werden.
Die eigene Wohnung einmal durchgehen
Unser Rat: Überlegen Sie in ruhigen Zeiten, welcher Raum bei Ihnen welche Rolle hätte. Wo ist der höchste Raum, den Sie bei Hochwasser erreichen? Welcher Raum liegt innen, hat keine Fenster und ist durch mindestens zwei Wände vom Außenbereich getrennt, etwa ein Flur, ein Bad oder das Treppenhaus? Haben Sie einen Keller? Das BBK rät: Meiden Sie bei Explosionen das Dachgeschoss. Ein Dach bietet wenig Schutz vor Druckwellen und umherfliegenden Glassplittern oder Trümmern.
Sprechen Sie das mit allen im Haushalt ab, auch mit Kindern, ruhig und ohne Dramatik. Wer weiß, wohin er in welcher Lage geht, kann ruhiger handeln. Das BBK nennt genau das als ersten Vorteil der Vorbereitung: Sie wissen, was zu tun ist, und können dadurch ruhiger bleiben.
Unser Rat: Für diese Vorsorge brauchen Sie keine Ausrüstung. Unsere Zusammenfassung der BBK-Hinweise: Gase im Freien und Hochwasser, nach oben. Radioaktive Stoffe und Explosionen, nach unten und weg von Fenstern. Und vor allem: Achten Sie auf Warnhinweise und folgen Sie den Empfehlungen sowie möglichen Anweisungen.
Häufige Fragen
Soll ich bei einer Warnung in den Keller gehen?
Das hängt von der Lage ab. Bei radioaktiven Stoffen und Explosionen rät das BBK, so tief wie möglich Schutz zu suchen, am besten im Keller. Bei Hochwasser und Starkregen dagegen: Betreten Sie auf keinen Fall den Keller. Bei Gasen im Freien rät das BBK zu oberen Stockwerken.
Gibt es in meiner Nähe einen Bunker?
Laut BBK sind in Deutschland noch 579 öffentliche Schutzräume dem Zivilschutz gewidmet, sie sind jedoch weder funktions- noch einsatzbereit. Das BBK nennt stattdessen innenliegende Räume, Keller, Tiefgaragen und U-Bahn-Stationen.
Was tue ich, wenn draußen Gase austreten und ich im Auto sitze?
Wenn kein Gebäude in Reichweite ist, können Sie nach dem BBK in Ihrem Auto Schutz finden. Stellen Sie Belüftung und Klimaanlage ab.
Brauche ich Schutzausrüstung für zu Hause?
Unser Rat: Für die Wahl des richtigen Ortes nicht. Das BBK nennt als Schutz Räume, die es fast überall gibt: obere Stockwerke, innenliegende Räume ohne Fenster und Keller. Wichtig ist, sie zu kennen und auf Warnungen zu achten.