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Tankrabatt im Oktober: Bei Benzin kam laut Kartellamt rund 60 Prozent an, bei Diesel rund 90

Das Bundeskartellamt sieht den Tankrabatt im Oktober bei Benzin zu rund 60, bei Diesel zu rund 90 Prozent weitergegeben. Was belegt ist und was es pro Tankfüllung heißt.

Von Tom Calder · Aktualisiert am 4. November 2026 · Nach der Pressemitteilung und den „Kraftstoff-News“ des Bundeskartellamts vom 4. November 2026, dem Bundestagsbeschluss vom 25. September 2026 und den Mitteilungen der Bundesregierung

Eine Person tankt an einem Herbstabend an einer kleinen Tankstelle ihr Auto, von hinten gesehen, der nasse Asphalt spiegelt das Licht des Tankstellendachs.
Das Wichtigste
  • Das Bundeskartellamt hat am 4. November 2026 die Spritpreise im Oktober ausgewertet. Die Steuersenkung von 16,71 Cent pro Liter (brutto) kam danach im Schnitt zu rund 90 Prozent bei Diesel und zu rund 60 Prozent bei Benzin an.
  • Das Amt nennt diese Zahlen selbst nur eine Tendenz. Andere Studien kommen nach seinen Worten zu deutlich anderen Werten.
  • Laut Kartellamt stieg Diesel von Anfang bis Ende Oktober um 1,6 Cent pro Liter, Benzin wurde um 4,5 Cent pro Liter billiger.
  • Der Tankrabatt läuft laut Bundestag bis 31. Dezember 2026. Wie sich die Preise danach entwickeln, sagt keine der hier genannten amtlichen Quellen voraus.
  • Nach unserer Rechnung fehlten bei 50 Litern Benzin im Oktober im Schnitt rund 3,34 Euro an voller Weitergabe. Die regionalen Preisunterschiede lagen laut Kartellamt bei E5 bei bis zu 14,1 Cent pro Liter.

Was das Bundeskartellamt am 4. November gemeldet hat

Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt hat am 4. November 2026 eine Sonderausgabe ihrer „Kraftstoff-News“ zum Oktober veröffentlicht. Die Durchschnittspreise im Oktober lagen danach bei 2,171 Euro pro Liter für E5, 2,115 Euro für E10 und 2,261 Euro für Diesel.

Zur Steuersenkung schreibt das Amt, sie sei bisher nicht vollständig weitergegeben worden: „Die durchschnittliche Weitergabequote für den Oktober beträgt nach den aktuellen Berechnungen des Bundeskartellamtes rund 90 Prozent bei Diesel und rund 60 Prozent bei Benzin.“ Gemeint ist die seit Anfang Oktober geltende Senkung um 16,71 Cent pro Liter einschließlich Mehrwertsteuer.

Berichte, die Ölkonzerne gäben den Tankrabatt bei Benzin nur zu rund 60 Prozent weiter, beziehen sich auf diese Zahl. Das Amt nennt in seiner Meldung aber niemanden als verantwortlich und schreibt nicht, an welcher Stelle der Lieferkette wie viel des Rabatts hängen bleibt.

Was belegt ist und was nicht

Belegt ist: Der Tankrabatt gilt. Der Bundestag hat ihn am 25. September 2026 für die Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2026 beschlossen. Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt um 14,04 Cent pro Liter, mit der Mehrwertsteuer nach Angaben des Bundestags um rund 17 Cent.

Nicht belegt ist eine genaue Quote. Das Kartellamt schreibt, die Zahlen seien wegen vieler, teils gegenläufiger Preiseffekte „lediglich als Tendenz zu sehen“. Andere veröffentlichte Studien kämen zu deutlich anderen Zahlen. Kartellamtspräsident Andreas Mundt sagt: „Das macht es zum Beispiel schwierig, die Weitergabe der Energiesteuersenkung richtig einzuschätzen.“

Die Zahlen sind Durchschnittswerte für den Oktober. Was an Ihrer Tankstelle angekommen ist, kann davon abweichen. Das Amt trennt in seiner Meldung auch nicht zwischen E5 und E10.

Warum Benzin und Diesel so unterschiedlich laufen

Im Oktober stiegen die Dieselpreise von Anfang bis Ende des Monats um 1,6 Cent pro Liter, die Benzinpreise sanken um 4,5 Cent. Das Kartellamt nennt dafür zwei Gründe: laut Argus Media eine schwache Benzinnachfrage bei gleichzeitiger Überproduktion, und eine weiter angespannte Lage auf den Dieselmärkten durch Angebotsverknappungen wegen der Kriege in Iran und der Ukraine.

Dazu kommen große Unterschiede zwischen den Regionen. Im Oktober lagen die Preise an einzelnen Tankstellen bei E5 bis zu 14,1 Cent pro Liter auseinander, bei Diesel bis zu 9,5 Cent. Im Westen war es teurer als im Süden und Südwesten, vor allem bei Benzin. Eine zentrale Rolle spielt nach Angaben des Amts das „anhaltende Niedrigwasser auf dem Rhein“, das den Transport in den Westen verteuert. In den Regionen der Raffinerien, die sonst den Westen beliefern, wirkt das nach Angaben des Amts senkend auf die Preise.

Was das für eine Tankfüllung heißt

Unsere Rechnung mit den Zahlen des Kartellamts, für 50 Liter: Bei voller Weitergabe wären es rund 8,36 Euro weniger. Bei rund 60 Prozent, wie bei Benzin, sind es etwa 5,01 Euro, rund 3,34 Euro weniger als möglich. Bei rund 90 Prozent, wie bei Diesel, sind es etwa 7,52 Euro.

Zum Vergleich: Die regionalen Preisunterschiede auf Tankstellenebene lagen im Oktober laut Kartellamt bei E5 bei bis zu 14,1 Cent pro Liter. Auf 50 Liter sind das bis zu rund 7 Euro, mehr als der fehlende Teil des Rabatts. Bei Diesel sind es bis zu 4,75 Euro.

Eine Tankfüllung von 50 Litern kostete zu den Oktober-Durchschnittspreisen nach unserer Rechnung rund 105,75 Euro bei E10, rund 108,55 Euro bei E5 und rund 113,05 Euro bei Diesel.

Was über den 31. Dezember hinaus bekannt ist

Der Bundestag hat den Tankrabatt bis 31. Dezember 2026 beschlossen. Eine Verlängerung haben wir in den amtlichen Quellen nicht gefunden. Ob und wie stark die Preise im Januar steigen, sagt keine der Quellen voraus, und wir sagen es auch nicht voraus. Die Preise hängen nach dem Kartellamt derzeit von mehreren, teils gegenläufigen Faktoren ab.

Die Bundesregierung hat am 18. September 2026 angekündigt, mit der Mineralölwirtschaft über einen Spritpreisdeckel nach dem Vorbild Luxemburgs oder Belgiens zu sprechen, „mit dem Ziel, spätestens zum 1. Januar 2027“ einen solchen Deckel einzuführen. Beschlossen ist er nach diesen Quellen noch nicht. Um besonders betroffene Menschen und Unternehmen gegebenenfalls gezielt zu entlasten, will der Bund die Voraussetzungen für einen einkommensbezogenen Direktauszahlmechanismus schaffen.

Was Sie jetzt tun können

Sie müssen wegen dieser Zahlen nichts kaufen und keinen Kraftstoff auf Vorrat lagern. Die regionalen Preisunterschiede waren im Oktober nach den Zahlen des Kartellamts mit bis zu 14,1 Cent pro Liter bei E5 größer als der fehlende Teil des Rabatts. Wie groß die Unterschiede in Ihrer Umgebung sind, sagt das Amt nicht.

Das Kartellamt will nach Mundts Worten „alle für unsere Verfahren relevanten Entwicklungen sorgfältig prüfen und die Lage weiter genau beobachten“. Wir aktualisieren diese Seite, wenn das Amt neue Zahlen veröffentlicht.

Was diese Seite ändern würde

Neue Zahlen des Bundeskartellamts zum November, ein Beschluss zur Verlängerung des Tankrabatts über den 31. Dezember 2026 hinaus oder eine Entscheidung über den angekündigten Spritpreisdeckel. Dann ergänzen wir diese Seite mit Datum.

Häufige Fragen

Wird der Tankrabatt an der Zapfsäule weitergegeben?

Teilweise. Nach den Berechnungen des Bundeskartellamts vom 4. November 2026 kam die Senkung von 16,71 Cent pro Liter im Oktober im Schnitt zu rund 90 Prozent bei Diesel und zu rund 60 Prozent bei Benzin an. Das Amt nennt das eine Tendenz, andere Studien kommen zu deutlich anderen Zahlen.

Ist der Tankrabatt schon vorbei?

Nein. Der Bundestag hat ihn für die Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2026 beschlossen. Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel ist um 14,04 Cent pro Liter gesenkt, mit Mehrwertsteuer um rund 17 Cent.

Steigen Benzin und Diesel im Januar?

Das sagt keine der von uns gelesenen amtlichen Quellen voraus. Fest steht nur, dass der Tankrabatt bis 31. Dezember 2026 beschlossen ist. Die Bundesregierung will mit der Mineralölwirtschaft Gespräche über einen Spritpreisdeckel führen, mit dem Ziel, ihn spätestens zum 1. Januar 2027 einzuführen. Beschlossen ist er nach diesen Quellen noch nicht.

Warum entwickeln sich Benzin und Diesel so unterschiedlich?

Das Bundeskartellamt nennt eine weiter angespannte Lage auf den Dieselmärkten durch Angebotsverknappungen wegen der Kriege in Iran und der Ukraine, bei Benzin dagegen eine schwache Nachfrage bei Überproduktion. Im Oktober lag Diesel im Schnitt bei 2,261 Euro pro Liter, E5 bei 2,171 und E10 bei 2,115 Euro.

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